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Schlagen wir das 1. Buch Mose, Kapitel 4, auf.
Wir lesen hier von zwei Kindern Adams, Kain und Set – denen Eva den Namen gab.
Sie nannte ihren erstgeborenen Sohn „Kain“, was bedeutet „Ich habe gewonnen [geboren, geschaffen]“ (1Mo 4,1).
Eva glaubte, sie habe etwas Großes erreicht, indem sie einen Sohn gebar! Natürlich gab sie auch Gott eine kleine Anerkennung, indem sie sagte, sie habe einen Jungen gewonnen mit Hilfe des Herrn! Was Eva in ihrem Schoß hervorbrachte war gewiss einzigartig, weil der einzige lebende Mensch bis dahin der Eine war, den Gott geschaffen hatte – Adam. Und nun war hier ein weiterer Mensch, den Eva geschaffen hatte!! Sie hatte es in der Tat geschafft, ein lebendiges Wesen in ihrem eigenen Leib zu produzieren!! Kain war das erste Baby, das je geboren wurde, und Eva glaubte, sie habe einen Mann geschaffen, genauso wie Gott es getan hatte!!
Eva gab diesen stolzen Geist an Kain weiter. (Wir mögen es nicht erkennen, aber wir geben unsere Gesinnung an andere Menschen um uns herum und besonders an die Mitglieder in unserer eigenen Familie weiter). Mit der arroganten Einstellung seiner Mutter wuchs Kain auf und wurde ein Mörder, der schließlich seinen jüngeren Bruder umbrachte.
Als Eva sah, was Kain getan hatte, muss sie etwas von ihrer Torheit eingesehen haben. Als sie einen weiteren Sohn gebar, nannte sie ihn daher Set – was „gewährt“ [gegeben] bedeutet (1Mo 4,25). Nun erkannte sie an, dass es Gott war, der ihr einen Sohn gegeben hatte. Sie hatte ihn nicht geschaffen! Set wuchs auf und wurde ein gottesfürchtiger Mann.
Diese beiden Namen symbolisieren zwei Wege, nach denen die Kinder Evas heute leben.
Wir sehen den Geist Kains („Ich habe geschaffen, ich habe erreicht“) in den meisten Menschen der menschlichen Rasse, die stolz auf das sind, was sie sind und was sie erreicht haben. Leider finden wir diesen Geist auch im Christentum. Im Gegensatz zu dieser großen Masse gibt es Gott sei Dank einige wenige, die für alles, was sie wurden und getan haben, Gott allein die Ehre geben und anerkennen, dass es alles die Folge davon ist, was Gott ihnen durch seine Gnade gegeben hat.
Wenn wir uns selber prüfen, werden wir feststellen, welche dieser beiden Einstellungen wir haben: „Wir haben geschaffen oder uns wurde gegeben [gewährt]“.
Ich bin sicher, dass keiner von uns jemals sagen will, dass wir etwas völlig aus eigener Kraft getan haben. Wie Eva werden wir Gott ein bisschen Anerkennung und Dank für unsere Errungenschaften geben. Wir mögen (in falscher Demut) die Worte des Paulus zitieren und sagen: „Ich vermag alles durch Christus, der mich mächtig macht“ (Phil 4,13). Diese Worte des Paulus mögen den Worten Evas ähneln, aber seine Gesinnung war völlig unterschiedlich. Während Eva mit Stolz redete, sprach Paulus mit tiefster Demut. Nicht in unseren Worten, sondern in unserem Geist entdecken wir unsere Einstellung.
Gott strafte Kain, indem er ihn aus seiner Gegenwart wegsandte. Wir lesen in 1. Mose 4,16: „So ging Kain hinweg von dem Angesicht des Herrn.“ Jeder, der diese Einstellung des „Schau, was ich erreicht habe“ oder „Schau, was ich geworden bin“ hat, wird eines Tages auch aus der Gegenwart des Herrn vertrieben werden.
Einen überheblichen Geist erkennt man oft in der Art und Weise, wie wir andere behandeln, die nach unserer Meinung nicht so geistlich wie wir sind oder die Dinge nicht so gut tun können wie wir. Du weißt, wie leicht es ist, stolz zu werden, wenn du etwas effizient tust und andere in deinem Umfeld es nicht so effizient tun können.
Wenn jemand auf sein gutes Aussehen oder seine Intelligenz stolz ist, unterstellt er, dass er sein gutes Aussehen und seine Intelligenz selber geschaffen hat!! Deshalb ist es für eine solche Person unmöglich, in Gnade zu wachsen!! Die Bibel sagt: „Liebe Brüder, es sind nicht viele Weise [Intelligente] unter euch“ (1Kor 1,26). Warum? Gott kann nicht gegen gut aussehende oder intelligente Menschen sein, denn Er ist es, der gutes Aussehen und Intelligenz erschafft. Aber Er ist gegen den Stolz, der dazu führt, dass sich der Mensch für Gottes Gaben selbst den Verdienst zuschreibt, und der dazu führt, andere Menschen in seiner Umgebung als minderwertig zu verachten.
Dein Stolz könnte sogar daher rühren, dass du ein besserer Bibellehrer bist oder in deinem Dienst mehr als andere erreicht hast. Dann ist es gut, dass wir uns von Kains Beispiel warnen lassen und erkennen, dass stolze Leute eines Tages wie Kain „vom Angesicht Gottes“ vertrieben werden.
Aber bei Set liegen die Dinge anders. Set bedeutet „gegeben“ – vom Herrn gewährt.
Als Set aufwuchs und heiratete, hatte er einen Sohn und nannte ihn „Enosch“. Erst dann „fing man an den Namen des Herrn anzurufen“ (1Mo 4,26). Bis dahin gingen die Menschen wie Kain vom Angesicht Gottes weg. Nach der Geburt von Sets Sohn, fingen die Menschen an, sich Gott zu nähern. Was Adam und Eva nicht schaffen konnten, erreichte ihr Sohn durch einen demütigen Geist, welcher anerkannte, dass alles, was er war und hatte, ein Geschenk vom Herrn war.
Aber schau, was den Nachkommen Kains passierte. In 1. Mose 4,17 lesen wir, dass Kain einen Sohn namens Henoch hatte. Kain baute eine Stadt. Kain nannte diese Stadt nach seinem Sohn Henoch. Das war wiederum derselbe Geist des „Ich habe geschaffen“, der sich erneut manifestierte. Kain wollte, dass alle wussten, dass er es war, der diese Stadt gebaut hatte und daher nannte er sie nach seinem Sohn.
Als Set einen Sohn hatte, verherrlichten Menschen den Herrn. Aber als Kain einen Sohn hatte, verherrlichte er seinen Sohn!!
Dies sind zwei Geister [Gesinnungen], die in der heutigen Welt operieren. Wenn wir dem Herrn dienen, können wir Leute dazu bringen, entweder den Herrn zu verherrlichen oder uns zu verherrlichen!! Wir können entweder beten, „Geheiligt werde DEIN Name“ oder „Geheiligt werde MEIN Name“.
Mache diesen Zwei-Fragen-Test und sieh, um welchen Namen du mehr besorgt bist – deinen oder Gottes Namen?
1. Was wäre deine Reaktion, wenn du hörtest, dass jemand eine falsche, verleumderische Geschichte über dich oder dein Kind verbreitet?
2. Was war deine Reaktion, als du gehörst hast, dass ein christlicher Leiter in Sünde fiel oder Geld veruntreute, und somit den Namen des Herrn entehrte?
Wenn du die obigen Fragen ehrlich beantwortest, magst du entdecken, wie sehr du um deinen eigenen Namen besorgst bist, und wie wenig du dich um den Namen des Herrn kümmerst!
Der Name des Herrn wird heute in Indien durch viele Prediger, die das Geld des Herrn veruntreuen, entehrt. Viele falsche Berichte werden über das Werk des Herrn in Indien geschrieben – und viele Prediger machen im Namen Jesu Geld für sich selbst. Die Geldwechsler sind zurück im Tempel und es gibt niemanden, der sie hinaustreibt. Ich bin sicher, du weißt das. All das hat Jesu Namen unter den Nicht-Christen in Indien enorme Unehre gebracht. Aber wie oft hat dies deinem Herz Kummer bereitet, der dich unter Tränen im Gebet zum Herrn rufen ließ: „Herr, Dein Name wird hier in Indien entehrt. Tu etwas dagegen, Herr. Verherrliche Deinen Namen in unserem Land?“
War deine Reaktion auf dieses Übel auch nur 10 % dessen, was es gewesen wäre, wenn du gehört hättest, dass jemand eine falsche Geschichte über deine Familie verbreitete? Hier magst du sehen, wie sehr du dich selbst und deinen Namen liebst. Trotz all der emotionalen Gefühle, die wir haben, wenn wir dem Herrn liebliche Choräle singen, mögen wir entdecken, dass wir in Wirklichkeit nur uns selber und unsere Familien lieben.
Die Gläubigen, die für den Herrn in Indien am nützlichsten sind, sind nicht jene, die in die Kirche gehen oder predigen, sondern jene, die aufrichtig von ganzem Herzen beten: „Unser Vater im Himmel, geheiligt werde Dein Name in Indien.“
Hören wir auf, uns etwas vorzumachen, dass wir geistlich wären, wenn wir es nicht sind. Wie können wir geistlich sein, wenn wir mehr um unseren eigenen Namen und um den Namen unserer Kinder besorgt sind als um den Namen des Herrn?
Kain war um den Namen seines Sohnes besorgt. Seine Einstellung war: „Vergiss den Namen des Herrn. Der Name meines Sohnes Henoch muss geehrt werden. Daher werde ich eine Stadt nach seinem Namen bauen.“
Sets Einstellung jedoch war anders. Er sagte: „Ich habe einen Sohn namens Enosch. Sein Name ist nicht wichtig. Lasst uns die Menschen dazu bringen, den Namen des Herrn anzurufen.“
Diese sind zwei unterschiedliche Gesinnungen, die wie zwei Ströme von Anbeginn der menschlichen Rasse zu fließen begannen und die seither stets weitergeflossen sind – sogar im Christentum. Viele christliche Leiter haben heute religiöse Organisationen gebaut und dann ihre Führung an ihre Söhne weitergegeben – genauso wie irdische Könige ihre Königreiche an ihre Söhne übergeben. König Saul wollte sein Königreich an seinen Sohn Jonatan übergeben. Aber das war nicht der Wille Gottes.
Es ist möglich, „Unser Vater, geheiligt werde dein Name…“ auf eine bedeutungslose Weise, wie ein Papagei oder ein Kassettenrecorder, zu wiederholen. Aber Gott hört nur auf Gebete, die von den Herzen eines Volkes kommen, das demütig anerkennt, dass alles, was sie haben, ihnen von Gott gewährt wurde.
Jeder von uns hätte wie die Bettler und die verrückten Leute und die Trunkenbolde sein können, die wir auf unseren Straßen herumziehen sehen. Es ist allein Gottes Gnade, die uns vor einem solchen Schicksal bewahrt hat. Daher sollten wir diese unglücklichen Menschen nie verachten.
Verachte auch niemals ein Elternteil, dessen Kind vom rechten Weg abkam. Auch deine Kinder hätten vom rechten Weg abkommen können. Es war nur Gottes Gnade, die dein Kind vor einem solchen Schicksal bewahrt hat. Das war ein Geschenk, das dir von Gott gegeben wurde. Du hast das nicht selber erreicht. Es war Gott, nicht du, der bewirkte, dass dein Sohn oder deine Tochter auf eine göttliche Weise aufwuchsen. Habe daher Mitgefühl mit diesem leidenden Vater und dieser leidenden Mutter, statt an ihnen etwas auszusetzen.
„Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts“ (Jak 1,18). Mögen wir das niemals vergessen. Wir haben nichts in uns, was wir nicht von Gott erhalten haben. Alle „gute und vollkommene Gabe“, die wir haben, wurde uns freigiebig von Gott gegeben. Wenn wir das anerkennen, werden wir feststellen, dass sogar unsere Gemeinschaft mit anderen Gläubigen wächst und wir daher fähig sein werden, den Leib Christi zu bauen.
Diejenigen, die glauben, dass sie „etwas vollbracht“ haben, werden nie fähig sein, auch in 100 Jahren Gemeinschaft miteinander zu bauen.
Wie viel Gemeinschaft haben wir miteinander in der Kirche aufgebaut? Ich spreche hier nicht über Gemeinschaft im Tratschen! Ich spreche über Gemeinschaft in Christus! Wenn zwei Menschen aus sich selbst heraus stark sind, können sie keine Gemeinschaft bauen. Aber wenn sie die Einstellung haben, die sagt: „Ich kann nichts tun. Ich habe alles von Gott empfangen, und kann mich für nichts rühmen“, dann können sie leicht Gemeinschaft bauen.
Lass mich ein persönliches Zeugnis geben. In unserer ersten Zeit, als wir uns als Gemeinde versammelten, hatte ich ein echtes Problem mit Menschen, die nicht pünktlich waren. Es ärgerte mich gewöhnlich, wenn Leute nicht pünktlich zu den Versammlungen oder zu einem Termin erschienen. Ich brauchte eine Zeitlang, um zu erkennen, dass Pünktlichkeit nicht etwas war, was ich erreicht oder geschafft, sondern etwas, das ich empfangen hatte. Pünktlichkeit wurde während der elf Jahre, die ich beim Militär war, in mein System eingedrillt. So war ich pünktlich, nicht weil ich den anderen Gläubigen überlegen war, sondern weil ich beim Militär gewesen war und sie nicht. Daher war ich in keiner Weise besser als sie. Diese Erkenntnis brachte mich zur Ruhe. Es machte es für mich leichter, Menschen so wie sie waren zu akzeptieren. Und dann konnte ich mit ihnen auch Gemeinschaft haben und folglich den Leib Christi bauen.
Zwei Menschen, die selbstbewusst sind, können nie Gemeinschaft miteinander haben. Aber zwei, die bedürftig sind, können herrliche Gemeinschaft miteinander haben, weil sie wissen, dass sie nichts schaffen [erschaffen] können. Sie können nur empfangen, was Gott ihnen gegeben hat.
Nimm eine einfache Sache wie das Zähneputzen. Im Dschungel der Andamans Inseln gibt es Barbaren, die ihre Zähne noch nie geputzt haben. Vielleicht haben sie Mundgeruch und wir nicht. Aber wir sind deswegen nicht besser als sie. Unsere Eltern haben uns gelehrt, unsere Zähne zu putzen. Ihnen wurde das nicht beigebracht. Das ist der einzige Unterschied. Ihre Zähne mögen sogar stärker sein als unsere, weil sie harte Fasern und keine Süßigkeiten wie wir essen. So haben sie vielleicht keine Karies in ihren Zähnen und sie mögen nie einen Zahnarzt benötigen, so wie wir es tun!!
Denken wir also niemals, dass wir irgendjemandem überlegen wären.
In 1. Mose 11 lesen wir, wie sich der Geist Kains über die Erde verbreitete. Die ganze Erde benutzte in diesen Tagen dieselbe Sprache. Das traf buchstäblich zu, aber auch auf eine andere Weise: Sie verwendeten alle dieselbe Sprache, die sagte: „Ich habe geschaffen“. Sie sprachen zueinander: „Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen…damit wir uns einen Namen machen“ (1Mo 11,4). Genauso wie Kain eine Stadt nach seinem Sohn nannte, so wollten diese Menschen eine Stadt bauen, um sich einen Namen für sich selber zu machen!! Es gab hier keine Nachkommen von Kain. Sie waren alle von der Flut vernichtet worden. Dies waren all die Nachkommen von göttlichen Männern wie Set und Noah. Aber der Geist Kains kam dennoch in sie! Daher verwirrte Gott ihre Sprache und zerstreute sie über die ganze Welt.
Am Ende von 1. Mose 11 sehen wir, dass Gott mit einem Mann – Abram – ganz neu begann, den Er aus der Stadt Ur zu sich gerufen hatte.
Diese Geschichte hat sich in der Christenheit immer wieder wiederholt. Zu unterschiedlichen Zeiten hat Gott göttliche Männer erweckt, die für ihre Generation Propheten waren und die Menschen zusammenbrachten, um an verschiedenen Orten ein Zeugnis für den Namen des Herrn zu sein. Aber nachdem diese gottesfürchtigen Männer starben, entwickelten ihre Nachfolger in der zweiten Generation bald die Gesinnung Kains, sie wurden stolz und hochmütig und verloren den Geist, den die Gründer dieser Gruppe hatten. Dann fing Gott mit einem anderen Mann ganz von neuem an.
Ich habe nicht alle Kirchen in der Welt gesehen, aber ich habe einen ziemlich guten Querschnitt von ihnen auf vielen Kontinenten gesehen und ich sage euch eines: Ich habe niemals eine Kirche gesehen, wo jeder geistlich ist. Ich habe niemals eine Kirche gesehen, wo 50 Prozent der Menschen geistlich waren. Es gibt nirgendwo eine geistliche Kirche. Es gibt nur geistliche Menschen. Manchmal mag man einen sehr geistlichen Menschen in einer durch und durch ungeistlichen Kirche sehen. Geistlichkeit ist etwas Individuelles. Man wird nicht geistlich, indem man Teil einer guten Kirche wird. Nein. Wir haben nicht automatisch eine Bürde für den Namen des Herrn, dass er geheiligt werde, nur weil wir Teil einer guten Kirche sind. In der Tat besteht für viele von uns, die ein Teil einer guten Kirche sind, die Gefahr darin, dass wir vom guten Ruf unserer Kirche leben und selber durch und durch fleischlich sind!
Als Satan Gott einmal erzählte, dass er die Erde hin und her durchzogen hatte (Hi 1), fragte ihn Gott, ob er auf Seinen Knecht Hiob Acht gehabt habe? Der Herr hatte Hiob jahrelang beobachtet. Auch Satan hatte ihn beobachtet.
Gott hält überall auf der Welt nach voll ergebenen Gläubigen Ausschau, nach wahren Anbetern, die danach trachten, Ihn in allen Angelegenheiten zu verherrlichen (Joh 4,23). Aber Er findet bloß so wenige von der Art, wie Hiob es war.
Satan hält auch überall auf der Welt nach denen Ausschau, die bei seinem Dienst, die Brüder anzuklagen, seine Mitarbeiter sein werden (Offb 12,10). Er findet so viele, wie die Frau Hiobs und Hiobs drei Prediger-Freunde!
In 2. Chronik 16,9 lesen wir, dass der Herr (überall auf der Welt) danach trachtet, diejenigen zu stärken, „die mit ganzem Herzen [vollkommen] bei ihm sind (die vollständig Ihm gehören). Das Wort „vollkommen“ bedeutet hier vollständig, komplett. Ein Glas Wasser, das bis zum Rand gefüllt ist, kann man als komplett oder vollkommen voll bezeichnen. Wäre es nur zu 99 Prozent voll, wäre es nicht vollkommen voll oder komplett. Jemand, der bei einer Prüfung 100 Prozentpunkte erreicht, bekommt eine perfekte Note, könnte man sagen.
Der Herr hält nicht nach klugen Menschen Ausschau. Er hält Ausschau nach denen, dessen Herzen vollständig Ihm gehören, die ihn mit GANZEM Herzen lieben, und die zu Ihm sagen: „Herr, ALLES, was ich habe, gehört dir. Ich habe kein Interesse an irgendetwas auf Erden außer Dir. Ich gehe einer Arbeit nur nach, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Ich baue ein Haus nur, um einen Platz zum Wohnen zu haben. Ich kaufe Dinge nur ein, um die Familie zu versorgen. Aber mein Herz hängt an keinem dieser Dinge. Mein Herz gehört völlig Dir allein, o Herr, mein Gott.“ Das sind die Menschen, die der Herr überall auf der Welt unterstützt.
Der Herr sucht solche Menschen in unserer Mitte. Er sucht nicht jene, die regelmäßig zu den Versammlungen kommen. Er sucht nicht einmal jene, die in der Kirche Verantwortung für so profane Angelegenheiten wie das Fegen des Bodens, die Reinigung der Toiletten usw. tragen. All das ist gut. Aber du kannst all das tun und dein Herz mag immer noch nicht vollständig in der Hand des Herrn sein. Er mag nur eine Ecke deines Herzens besitzen. Vielleicht ist Geld dein Gott. Vielleicht sind deine Kinder deine Götter. Gott hält Ausschau nach jenen Menschen, deren Herzen Ihm vollständig gehören.
Welchen Eindruck möchtest du gerne bei anderen Menschen, die du triffst, zurücklassen? Dass du einen großen Gott hast oder dass du ein großer Christ bist? Gläubige, die andere an sich ziehen können niemals in das Reich Gottes eingehen, denn Jesus sagte, dass nur diejenigen, die sich wie kleine Kinder demütigen, in das Reich Gottes eingehen werden. Was bedeutet es, demütig zu sein wie ein kleines Kind? Was hat ein kleines Baby in der Wiege erreicht? Nichts. So wie ein kleines Kind zu sein bedeutet demütig anzuerkennen, dass wir nichts erreicht haben. Alles ist allein das Ergebnis von Gottes Gnade.
Wir sehen drei Dinge, die Kain und seine Nachfahren taten, als sie vom Angesicht des Herrn weggingen.
Das Erste war, eine Stadt zu bauen (1Mo 4,17). Gottes vollkommener Wille für den Menschen war es, in einem Garten wie Eden zu leben, umgeben von der Natur und nicht von Gebäuden. Wir haben alle die Übel des Stadtlebens gesehen. Es nahm mit Kain seinen Anfang, als er vom Angesicht des Herrn wegging. Wir haben alle gesehen, wie das Stadtleben Menschen von Gott weggetrieben hat.
Die Notwendigkeit, eine Arbeit zu finden, hat viele von uns dazu getrieben, in Städten wie Bangalore zu leben. Wir müssen unsere Kinder in der bösen Atmosphäre dieser Städte großziehen. Aber es ist nicht das Ideal. Es wurde ein notwendiges Übel! Ich sage nicht, dass wir in einer Stadt kein rechtschaffenes Leben führen können. Aber es ist für jüngere Leute hier in diesen Städten ein größerer Kampf als in den kleineren Städten Indiens.
Ich möchte euch zwei Beispiele geben, um zu beweisen, dass das Stadtleben die Tendenz hat, Menschen von Gott wegzuführen. Erstens lesen Gläubige in den Dörfern weitaus regelmäßiger täglich in der Bibel als Menschen in den Städten. In den Städten klagen die Leute, dass das Leben so hektisch ist, dass sie keine Zeit mehr haben, Gottes Wort zu lesen. Zweitens nehmen sich Gläubige in den Dörfern viel mehr Zeit für Gemeinschaft miteinander als in den Städten. Das Stadtleben hat Gläubige von der Gemeinschaft mit dem Herrn und von der Gemeinschaft miteinander weggetrieben.
Gläubige in den Städten verbringen oft mehr Zeit für Fernsehen als für das Studium von Gottes Wort. Ihre Kinder wissen oft mehr über Filmstars als über gottesfürchtige Missionare. Warum? Weil sie vom Angesicht des Herrn abgedriftet sind. Wir müssen alle aufwachen, bevor wir unsere Kinder vollständig an die Attraktionen des Stadtlebens verlieren.
Haben wir unsere Freiheit in Christus missbraucht, um die Lüste des Fleisches zu befriedigen? Gott gab Adam Freiheit. Aber als Adam diese Freiheit benutzte, um seine eigenen Begierden zu befriedigen, musste er auch die Konsequenzen tragen.
Es gibt in Indiens Städten Millionen von Menschen, die für den Herrn erreicht werden müssen. Daher braucht der Herr auch in den Städten Seine Zeugen. Aber ich hoffe, dass wir uns nie in das Stadtleben verlieben, denn sein Geist ist der Geist Kains. Gott hat uns als Lichter in diese Städte gestellt und wir müssen sicherstellen, dass die Dunkelheit im Stadtleben und seinen Sitten und Bräuchen nicht in unser Inneres gelangt. Gott hat in unserem Inneren ein Feuer entzündet, indem Er uns mit dem Heiligen Geist füllte und wir dürfen nicht zulassen, dass das Stadtleben es auslöscht.
Ein Zweites, was die Nachkommen Kains taten war die Entwicklung von Musikinstrumenten (1Mo 4,21). Jubal war der Vater aller Musiker. Erinnere dich daran, dass die ersten Musikinstrumente nicht von Abel oder den Kindern Sets, sondern von den Söhnen Kains entwickelt wurden. Ich sage nicht, dass Musikinstrumente schlecht sind. Musikinstrumente können verwendet werden, um den Herrn zu preisen und Gott zu verherrlichen. Aber vergiss niemals, dass die erste, in der Bibel erwähnte Person, die anfing, Musikinstrumente zu bauen und zu benutzen, jemand war, der vom Angesicht des Herrn weggegangen war. Heute können wir sehen, wie Musik Menschen von Gott weg direkt in die Arme Satans getrieben hat. Wir können den Ursprung der heutigen Rockmusik direkt zu den Nachfahren Kains zurückverfolgen.
Ich bin sicher, dass Jubal und seine Familienmitglieder „großen Spaß“ beim Singen und beim Spielen der Harfe und der Zither bis spät in die Nächte hinein gehabt haben müssen. Sie spielten keine Lieder, um den Herrn zu verherrlichen. Sie waren vom Angesicht des Herrn weggegangen. Ihre Musik diente dazu, den Teufel zu verherrlichen.
Es kann leicht passieren, dass Musik für uns auch in der Kirche zu einem Gott wird. Das Keyboard kann dein Gott werden und das Schlagzeug kann dein Gott werden. Es passiert leicht, dass man in einer Lobpreis- und Anbetungszeit mehr vom Takt und Rhythmus der Musik als vom Herrn selber eingenommen wird. Nur ein geistlich gesinnter Mensch kann Menschen anleiten, den Herrn mit Musik anzubeten. Nur ein geistlich gesinnter Mensch kann das Keyboard oder das Schlagzeug auf eine solche Weise spielen, dass Menschen zu Jesus und nicht zu sich selbst geführt werden. Dasselbe trifft auch auf das Predigen zu. Nur ein geistlicher Prediger kann auf eine solche Weise predigen, um die Menschen zum Herrn hinzulenken und nicht darauf, ihn zu bewundern. Ein Prediger, der die Menschen zu sich zieht, geht den Weg Kains.
Musik und Chorgesang können dich auch abbringen, jeden Tag Zeit für Meditation über die Heilige Schrift zu haben.
Als ich wiedergeboren wurde, hatte ich nicht viel Interesse daran, die Bibel zu studieren, obwohl ich täglich in der Bibel las. Ich las die Heilige Schrift nur, um mein Gewissen zu beschwichtigen. Eines Tages, als ich 1961 in Bombay an einem Musikgeschäft vorbeiging, sah ich ein Akkordeon im Schaufenster. Zu dieser Zeit war der Import von Musikinstrumenten nach Indien verboten. So wusste ich, dass das Akkordeon wahrscheinlich eines der letzten verfügbaren Stücke irgendwo in Indien war. Ich war erpicht, es zu kaufen, weil ich lernen wollte, wie man es spielt. Aber ich wusste nicht, wie man Gottes Willen in einer solchen Angelegenheit herausfindet. Daher bat ich Gott um ein Zeichen. Ich setzte in meinem Verstand einen bestimmten Preis für das Akkordeon fest und sagte im Gebet: „Herr, wenn der Preis nicht über diesen Betrag hinausgeht, nehme ich das als ein Zeichen von dir, dass du möchtest, dass ich es kaufe. Andernfalls möchte ich es nicht kaufen.“ Ich ging in das Geschäft und erfragte den Preis. Der genannte Preis war nur ein klein wenig höher als der von mir ausgedachte. Ich hatte genug Geld bei mir und die Versuchung war groß, es zu kaufen – schließlich wollte ich ja das Akkordeon für das Werk des Herrn verwenden! Ich wusste auch, dass, wenn ich es nicht sofort kaufte, jemand anders es im Nu kaufen würde. Aber ich entschied mich, mein Wort gegenüber dem Herrn zu halten und kaufte es nicht.
Wenn wir Gott ein Versprechen geben, müssen wir es halten, „denn Gott hat keine Freude an den Toren. Es ist besser, du gelobst nichts, als dass du nicht hältst, was du gelobst“ (Pred 5,4-5).
Diese kleine Entscheidung war eine der wichtigsten Entscheidungen, die ich jemals in meinem ganzen Leben getroffen habe – weil es die Richtung meines Lebens änderte. Hätte ich dieses Akkordeon an diesem Tag gekauft, würde ich heute nicht hier stehen und euch das Wort Gottes predigen. Ich hätte auch nicht den Dienst, den Gott mir gegeben hat. Ich möchte dir erklären warum. Ich arbeitete zu dieser Zeit bei der indischen Marine. Ein paar Tage nach diesem Vorfall traf ich einen Offizierskollegen, dem ich Christus bezeugt hatte. Er gehörte einer Religion an, die glaubte, dass Jesus nicht an einem Kreuz starb, sondern nur ohnmächtig wurde, und dass, als Jesus in das Grab gelegt wurde, die kühle Luft Ihn wiederbelebte und Er wieder aufwachte. Nach seiner Auffassung gab es keine Auferstehung, weil Jesus nie wirklich starb! Dieser Offizier stellte mir eine Frage. Er fragte mich, ob Jona im Bauch des Walfisches lebendig oder tot war? Ich antwortete: „Er war lebendig.“ Dann sagte er: „Hat nicht Jesus gesagt, dass, so wie Jona im Bauch des Walfisches lebendig war, so auch der Menschensohn im Schoß der Erde sein würde?“ Ich war von seiner Logik verblüfft. Ich hatte keine Antwort.
Ich ging zurück in mein Zimmer und war gründlich beschämt. Ich kniete nieder und sagte dem Herrn: „Herr, Herr, ich werde mich bei meinem Zeugnisgeben nie wieder so überraschen lassen. Von diesem Tag an werde ich dein Wort studieren. Und wenn mir jemand jemals eine Frage stellt, für die es eine Antwort in der Bibel gibt, werde ich die Antwort herausfinden, bevor jemand mir dieselbe Frage stellt.“ Der nicht-christliche Offizier brachte mich dazu, die Heilige Schrift ernsthaft zu studieren!!
(Nebenbei erwähnt, ich weiß jetzt die Antwort auf die Frage dieses Offiziers. Der Schoß der Erde, so erkannte ich, war nicht das Grab von Josef von Arimathäa, wo der Leib Jesu drei Tage und drei Nächte lag. Der Schoß der Erde ist das Zentrum der Erde, wo sich das Paradies damals befand, und wohin Jesus mit dem Räuber an diesem Tag, als beide gekreuzigt wurden, ging. Jesus war dort in Seinem Geist drei Tag und drei Nächte lang lebendig, genauso wie Jona im Bauch des Walfisches lebendig war!).
Beachte nun dies: Ich hätte mich niemals selber dem Studium der Heiligen Schrift gewidmet, wenn ich das Akkordeon an jenem Tage gekauft hätte, denn dieses Akkordeon wäre für mich eine zu große Versuchung gewesen. Ich hätte Stunden darauf verwandt, meine Fertigkeit auf dem Klavier zu verbessern und hätte nicht mehr viel Zeit für das Bibelstudium übrig gehabt. Dann hätte mich Gott nicht in Seinen Dienst rufen können und ich hätte wahrscheinlich meine Tage als Marineoffizier irgendwo vergeudet und würde gewiss nicht dem Herrn dienen oder heute den Leib Christi bauen. Gott wusste das – und das war der Grund, warum Er nicht wollte, dass ich dieses Akkordeon an diesem Tag kaufte. Große Türen drehen sich an kleinen Türangeln und der Pfad, auf dem wir im Leben wandeln, hängt oft von einer kleinen Entscheidung ab, die wir treffen.
Diese eine Entscheidung, mein Versprechen dem Herrn gegenüber zu halten, änderte die ganze Richtung meines Lebens. Ich verlor nichts, indem ich damals kein Akkordeon bekam. Sechs Jahre später, als ich die Marine verließ, war ich in der Lage, ein Akkordeon zu kaufen. Aber zu der Zeit war ich dem Studium der Heiligen Schrift so ergeben, dass das Akkordeon niemals mein Meister werden konnte. Es war nur mein Sklave. Und das ist der Grund, warum ich es heute, nach 33 Jahren, nicht so gut spielen kann – weil ich nie zuließ, dass es mein Gott wurde!! So kannst du dir vorstellen, wie dankbar ich dem Herrn bin, dass Er mich dazu brachte, der Heilige Schrift den Vorrang vor einem Musikinstrument zu geben.
Das Dritte, womit sich die Nachkommen Kains beschäftigten war die Industrialisierung. Tubal-Kain war der Erfinder aller Werkzeuge von Bronze und Eisen (1Mo 4,22). Die Söhne Kains entwickelten die Industrie und begannen Geschäftsbetriebe, die sie reich machten. Sie lebten im Wohlstand, auch wenn sie vom Herrn weggingen. Wir sehen heute dasselbe. Heute sind die industrialisierten Nationen der Welt die wohlhabendsten, und auch die mit der höchsten Unmoral, die am weitesten von Gott weg sind. Es gab eine Zeit, als die westliche Welt die Völker Afrikas und Asiens als Heiden bezeichneten. Heute findet man die am meisten dem Heidentum verfallenen Nationen in Europa und Amerika. Die Industrialisierung und der daraus resultierende Wohlstand haben sie vom Angesicht Gottes weggetrieben.
Satans Zweck in allen Dingen besteht darin, die Menschen aus der Gegenwart Gottes wegzutreiben – sei es durch das Stadtleben, durch Musik oder durch die Industrialisierung. Bitte versteh mich nicht falsch. Ich sage nicht, dass wir nun alle die Städte verlassen und in Dörfern bleiben sollten. Ich sage auch nicht, dass wir die Musik aufgeben und aufhörten sollten, in Fabriken zu arbeiten. Ich sage, dass wir uns immer daran erinnern sollten, dass all diese Dinge eine Tendenz haben, uns von der Gegenwart des Herrn zu trennen. Daher müssen wir vorsichtig sein. Wir können all diese Dinge benutzen. Aber unser Herz muss von all diesen Dingen losgelöst sein. Wenn du dein Herz auf irgendeines dieser Dinge setzt, dann werden sie dich langsam aber sicher von der Gegenwart des Herrn wegbringen. Du kannst in einer Stadt oder in einem Dorf bleiben, aber stell‘ sicher, dass dein Herz völlig Gott gehört und dass du nichts anderes anbetest. Lass nicht zu, dass irgendetwas die Stelle Gottes in deinem Leben einnimmt.
Ich möchte, dass du etwas in Bezug auf die Art und Weise, wie Jesus hier auf Erden lebte, bemerkst. Wir wissen, dass Jesus der Größte in Gottes Reich ist. Aber Jesus sagte, dass die größte Person im Reich Gottes jemand ist, der sich wie ein kleines Kind demütigt. Daraus können wir verstehen, dass Jesus sich während Seines ganzen irdischen Lebens wie ein kleines Kind gedemütigt hat.
Höre auf diese Seine Worte in Johannes 5,17: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun; sondern nur, was er den Vater tun sieht.“ Wir haben alle gesehen, wie kleine Kinder ihre Väter nachahmen. Jesus war demütig genug, um das zu tun. Er tat nur, was Er Seinen Vater zuerst tun sah. Er handelte niemals aus Seiner eigenen Initiative. Vom Geist Kains war nichts in Ihm. In Johannes 5,30 lesen wir: „Ich kann nichts von mir aus [aus eigener Initiative] tun.“
Wie sieht es mit uns aus? Tun wir die meisten Dinge aus unserer eigenen Initiative heraus? Jesus traf die bewusste Entscheidung, nie etwas zu tun, ohne zuerst den Willen des Vaters zu suchen. Er trachtete niemals danach, in irgendeiner Sache Seinen eigenen Willen zu tun. Er wollte Seine Tage auf Erden zubringen, um einfach den Willen Seines Vaters zu tun.
In Johannes 10,17-18 sagte Jesus: „Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, dass ich’s wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es aus eigener Initiative. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.“ Er legt Sein Leben aus Seiner eigenen Initiative nieder, weil Ihm der Vater dieses Gebot gab. Jesus gab Seine Rechte und sogar Sein Leben auf, wenn das der Wille des Vaters für Ihn war. Das ist der Weg, wie wir nach Gottes Willen leben sollen.
In Johannes 12,49 und 14,10 sagte Jesus: „Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst aus. Und der Vater, der in mir wohnt, der tut seine Werke.“ Kannst du dir die totale Unterordnung unter den Willen des Vaters vorstellen, die in dieser Aussage enthalten ist? Jesus gab sogar das Recht auf, Seine eigene Meinung auszudrücken.
Ich möchte, dass du den Unterschied zwischen Jesus und Eva in diesen Aussagen von Ihm, die wir gerade betrachtet haben, erkennst.
Als Kain geboren wurde, war Evas Einstellung: „Ich habe das geschafft. Ich kann selber etwas tun.“ Wohingegen Jesu Einstellung war: „Ich kann nichts von mir aus tun. Nur wenn der Vater mir etwas zu tun aufträgt und mir die Fähigkeit dazu gibt, kann ich irgendetwas tun.“ Das ist die Demut des Herzens, die wir, wie er uns auftrug, von Ihm lernen sollten (Mt 11,29).
Hast du ein großes Verlangen, dass die Worte, die du sprichst, ein perfekter Ausdruck von Gottes Gedanken und Meinungen und nicht deine eigenen sind? Das war das Gebet des Psalmisten: „Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, Herr, mein Fels und mein Erlöser“ (Ps 19,15). Wenn wir ein solches Verlangen haben, dann werden wir, so wie Jesus es war, jedes Mal, wenn wir unseren Mund auftun, ein Segen für andere sein.
In Zefanja 3,9-17 sehen wir einige erstaunliche Verse, die uns sagen, wie Gott Seine Kirche in diesen letzten Tagen bauen wird. Dort heißt es, dass Gläubige reine Lippen haben und Ihm Schulter an Schulter (in Einheit) dienen werden. Aber zuerst muss Gott all die stolzen Prahler entfernen – diejenigen, die stolz sind auf ihre Klugheit, ihre Gewandtheit, ihre Schönheit, ihr Leistungsvermögen, ihren Wohlstand, ihr Bibelwissen, ihre geistlichen Gaben oder was auch immer. Solche Menschen mögen zu den Gemeindeversammlungen kommen, aber sie werden nicht zusammen mit den anderen zusammengebaut, um Christi Leib zu sein.
Als Gott Adam schuf, sammelte er einen Menge Lehm [Erde] und formte daraus Adams Leib. Als Adams Leib komplett war und Gott ihm den Odem einblies, gab es immer noch eine Menge Lehm, der herumlag. Aber Adam ging fort und ließ all diesen Lehm zurück. Heute sind wir der Lehm, aus dem Gott den Leib Christi bildet. Wenn wir uns Ihm hingeben, um Ihm die ganze Ehre zu geben, können wir ein Teil dieses Leibes sein. Wenn nicht, werden wir so wie der zurückgelassene Lehm sein, wenn Jesus zurückkehrt. Der Leib wird fortgehen und wir werden zurückgelassen werden. Gott entfernt ständig all die harten Erdklumpen, die sich dem Aufweichen widersetzen – die stolzen, hochmütigen Menschen.
Ferner sagt Gott in den Versen 12-13: „Ich will in dir übrig lassen ein armes und geringes Volk; die werden auf des Herrn Namen trauen. Und die Übriggebliebenen in Israel werden nichts Böses tun noch Lüge reden, und man wird in ihrem Munde keine betrügerische Zunge finden, sondern sie sollen weiden und lagern ohne alle Furcht.“
Das ist ein Bild, wie der Leib Christi heute in unserer Mitte gebaut wird. Die Demütigen werden an verschiedenen Orten gesammelt und sie reinigen sich selber von allem Bösen, von allen Lügen und jeder Täuschung. Dadurch gehen sie in die Ruhe ein und funktionieren gemeinsam als Christi Leib – ohne jede Eifersucht und ohne Konkurrenz.
Und nun sagt der Herr: „Jauchze vor Freude, o Kirche! Frohlocke in Triumpf! Freue dich und sei von ganzem Herzen fröhlich. Der Herr hat deine Feinde abgewendet. Der Herr selbst ist in deiner Mitte, dass du dich vor keinem Unglück mehr fürchten musst. Fürchte dich nicht! Lass deine Hände nicht sinken. Denn der Herr, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland [Krieger]. Er wird sich über dich freuen und freundlich sein. Er plant still für dich in Liebe. Er wird über dich mit Jauchzen fröhlich sein“ (Zeph 3,14-17).
Halleluja!
Preise den Herrn für Seine Gnade, die uns den Weg gezeigt hat, wie wir hier auf Erden leben sollen. Möge der Herr uns helfen, all unsere Tage in Demut zu leben.
Amen und Amen!
Deutsche Übersetzung: Alois Mair
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