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Die Wahrheit, die wir glauben - Zac Poonen
(The truth that we believe)

Die Heilige Schrift befiehlt uns, auf uns selbst und unsere Lehre zu achten, denn nur so können wir unsere eigene Errettung und die Errettung der Menschen, denen wir predigen, sicherstellen (1Tim 4,16).

Unser Leben und unsere Lehre sind wie zwei Beine, die unserem christlichen Leben Stabilität verleihen. Beide Beine sollten gleich lang sein, wie bei normalen Menschen. Allgemein ausgedrückt sehen wir im Christentum, dass die meisten Gläubigen eines dieser beiden „Beine“ überbetonen.

Wenn es um Doktrinen geht, ist uns aufgetragen „das Wort der Wahrheit recht auszuteilen“ (2Tim 2,15). Viele sind bei ihrem Studium der Heiligen Schrift unvorsichtig und somit in ihrem Verständnis der Lehre unausgewogen.

Die Wahrheit Gottes ist wie ein menschlicher Körper. Er ist nur dann vollkommen, wenn jeder Teil in seiner richtigen Größe vorhanden ist. Nicht alle Wahrheiten der Heiligen Schrift sind gleich wichtig. Um nur ein Beispiel zu nennen: In Zungen zu reden ist nicht so wichtig wie andere Gläubige zu lieben. Wenn irgendeine Lehre auf Kosten einer anderen überbetont wird, dann wird die Wahrheit, die wir verkündigen, so hässlich sein wie ein Körper mit einem überdimensionalen Auge oder Ohr! Außerdem wird eine solche Überbetonung dazu führen, dass wir in unseren Lehren ketzerisch werden. Es ist daher wichtig, dass wir die Wahrheit Gottes richtig austeilen.

Es wäre einfach, wenn wir einfach sagen könnten, dass wir der Wahrheit glauben, wie man sie im Wort Gottes (in den 66 Büchern, aus denen die Bibel besteht) findet. Das ist die Wahrheit. Aber da die Wahrheit von Gottes Wort durch die List Satans und der Menschen verdreht und verdorben wurde, ist es notwendig, weiter auszuführen und zu erklären, was die Bibel genau lehrt.

Anders als Mathematik und andere Wissenschaften kann Gottes Wort nicht durch bloßes intellektuelles Studium, ohne die Offenbarung durch Gottes Heiligen Geist, verstanden werden. Jesus sagte, dass diese Offenbarung nur den Unmündigen (den Demütigen) und nicht den stolzen Intellektuellen gegeben wird (Mt 11,25). Das war der Grund, warum die Bibelgelehrten zur Zeit Jesu seine Lehren nicht verstehen konnten. Die meisten heutigen Bibelgelehrten befinden sich im selben Boot - und aus demselben Grund!

Gleichzeitig müssen wir auch unseren Verstand benutzen, denn uns ist aufgetragen, in unserem Verständnis zu reifen (1Kor 14,20).

Daher ist nur ein Verstand, der sich völlig dem Heiligen Geist unterstellt, in der Lage, Gottes Wort richtig zu verstehen.

Gott möchte, dass alle seine Kinder in jeder Beziehung völlig frei sind. Aber zahlreiche Gläubige sind Sklaven vieler sündiger Gewohnheiten und menschlicher Traditionen. Ein Grund dafür liegt darin, dass sie Gottes Wort so unachtsam lesen.

Je mehr wir uns bemühen, Gottes Wort zu verstehen, desto mehr wird uns die Wahrheit in jedem Bereich unseres Lebens freisetzen (siehe Joh 8,32).

Die meisten Gläubigen sind sehr sorgfältig, wenn es darum geht, ihr Geld zu investieren. Aber sie sind sehr fahrlässig, wenn es um das Studium der Heiligen Schrift geht. Dies zeigt, dass sie Geld höher schätzen als Gott. Solche Christen werden offensichtlich in ihrem Verständnis von Gottes Wort fehlgehen.

Uns wird deutlich gesagt, dass uns die ganze Heilige Schrift für den Zweck gegeben wurde, um uns „vollkommen“ zu machen (2Tim 3,16-17). So könnten wir sagen, dass jene, die nicht an christlicher Vollkommenheit interessiert sind, nicht in der Lage sein werden, Gottes Wort richtig zu verstehen (siehe auch Joh 7,17).

Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis; und Gott offenbart seine Geheimnisse nur denen, die ihn fürchten (Ps 25,14).

Die Wahrheit über Gott

Die Bibel lehrt, dass Gott einer [eins] ist, und auch, dass es in diesem einen Gott drei Personen gibt.

Da Zahlen zur materiellen Welt gehören, und da Gott Geist ist, kann unser begrenzter Verstand diese Wahrheit nicht ganz verstehen, genauso wie eine kleine Schale nicht das Wasser eines Ozeans fassen kann.

Ein Hund kann Multiplikation nicht verstehen - wie drei Einser, wenn man sie multipliziert, immer noch eins ergeben: 1x1x1=1. Noch können wir verstehen, wie Gott drei Personen und doch ein Gott sein kann. Ein Hund kann nur einen anderen Hund verstehen. Er kann einen Menschen nicht voll verstehen. In derselben Weise wäre ein Gott, der von unserem menschlichen Verstand erklärt und verstanden werden könnte, nur ein anderer Mensch genauso wie wir. Die Tatsache, dass der Gott der Bibel unseren Verstand übersteigt, ist der klarste Beweis, dass dies in der Tat die Wahrheit ist.

Die Wahrheit der Dreieinigkeit wird aus dem ersten Vers in der Bibel klar, wo das Wort für „Gott“ im Hebräischen im Plural steht - „Elohim“. Wir sehen diese Wahrheit auch in der Verwendung der Wörter „uns“ in 1. Mose 1,26. Bei der Taufe Jesu sehen wir das Licht noch deutlicher, wo der Vater (die Stimme vom Himmel), der Sohn (Jesus Christus) und der Heilige Geist (in Form einer Taube) alle gegenwärtig sind (Mt 3,16-17).

Diejenigen, die behaupten, dass Jesus selber Vater, Sohn und Heiliger Geist ist, können nicht erklären, wie er auf Erden den Willen seines Vaters getan haben könnte, während er seinen eigenen Willen verleugnete (Joh 6,38). Unitarier, die glauben, dass Gott nur eine Person ist, und die daher nur im Namen Jesu taufen, leugnen in Wirklichkeit, dass Jesus Christus als Mensch kam.

Die Bibel sagt, dass jemand, der die richtige Lehre hat, sowohl den Vater als auch den Sohn hat, und dass jemand, der entweder den Vater oder den Sohn leugnet, den Geist des Antichristen hat (2Joh 9; 1Joh 2,22).

In der christlichen Taufe befahl Gott uns spezifisch, dass wir im dreifachen Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes taufen sollten (Mt 28,19), wobei der Sohn als der Herr Jesus Christus identifiziert wird (Apg 2,38).

Die Wahrheit über Christus

Die Heilige Schrift lehrt, dass Jesus Christus als Gott existierte und seit Ewigkeit mit Gott gleich war (Joh 1,1), und dass, als er als Mensch auf die Erde kam, aus freiem Willen die Entscheidung traf, einige seiner Vollmachten, die er als Gott hatte, NICHT auszuüben. Dies ist die Bedeutung des Ausdrucks „er entäußerte sich selbst“ (Phil 2,6-7).

Betrachte ein paar Beispiele, die dies beweisen: Gott kann nicht zum Bösen versucht werden (Jak 1,13). Aber Jesus ließ zu, dass er selbst versucht wurde (Mt 4,1-10). Gott weiß alles. Aber Jesus sagte, als er auf der Erde war, dass er das Datum seines zweiten Kommens nicht kannte (Mt 24,36). Er musste auch zu einem Feigenbaum hingehen, um zu sehen ob er irgendwelche Früchte trug (Mt 21,19). Hätte er seine Macht als Gott benutzt, hätte er von weitem sehen können, dass der Baum keine Früchte trug! Gottes Weisheit ist unveränderlich und ewig. Doch lesen wir zweimal über unseren Herrn Jesus, dass „er an Weisheit zunahm“ (Lk 2,40.52).

All diese Verse weisen daraufhin, dass Jesus „sich selbst“ der vielen Machtbefugnisse Gottes entäußerte, als er auf die Erde kam.

Aber auch wenn sich Jesus selbst dieser Vollmachten entäußerte, als er auf die Erde kam, war er doch in seiner Person immer noch Gott. Offensichtlich ist es für Gott unmöglich, aufzuhören, Gott zu sein, sogar wenn er das wollte. Ein König kann hingehen und in einem Elendsviertel leben, indem er seine Rechte als König aufgibt. So war es mit Jesus.

Den deutlichsten Beweis für die Göttlichkeit Jesu, als er auf Erden war, sieht man in den sieben aufgezeichneten Beispielen, wo er von anderen Anbetung akzeptierte (Mt 8,2; 9,18; 14,33; 15,25; 20,20; Mk 5,6; Joh 9,38). Engel und gottesfürchtige Menschen akzeptieren keine Anbetung (Apg 10,25-26; Offb 22,8-9). Aber Jesus nahm Anbetung an - weil er der Sohn Gottes war. Der Vater offenbarte Petrus, dass Jesus, auch als er auf der Erde war, der Sohn Gottes war (Mt 16,16-17).

In Bezug auf Jesu Menschlichkeit ist die Schriftstelle in Hebräer 2,17 sehr exakt, wenn sie feststellt, dass Jesus „in allem seinen Brüdern gleich werden musste“. Er wurde NICHT wie die Kinder Adams gemacht, denn dann hätte er wie der Rest der Menschheit einen „alten Menschen“ gehabt. (Der „alte Mensch“ ist die Bezeichnung der Heiligen Schrift, für die viele unglücklicherweise den nicht schriftgemäßen Ausdruck „sündige Natur“ verwenden).

Jesus hatte KEINE sündige Natur, denn er hatte keinen menschlichen Vater. Jesus wurde vom Heiligen Geist geboren und war von der Empfängnis an heilig (Lk 1,35).

Jesu geistliche Brüder sind jene, die den Willen Gottes tun (Mt 12,49-50), die vom Heiligen Geist geboren sind (Joh 3,5), und die den alten Menschen ausgezogen und den neuen Menschen angezogen haben (Eph 4,22.24). Aber wir, die Brüder Jesu, haben einen eigenen Willen und Jesus wurde uns in „allen Dingen“ gleich. Auch er hatte einen eigenen Willen, den er verleugnete (Joh 6,38).

Wenn wir als Adams Kinder geboren werden, werden wir alle mit einem alten Menschen geboren. Der alte Mensch kann mit einem untreuen Knecht verglichen werden, der die Tür unseres Herzens für die Begierden des Fleisches öffnet (die mit einer Räuberbande verglichen werden können), die danach trachten, in unser Herz einzutreten. Wenn wir wiedergeboren sind, wird dieser alte Mensch von Gott getötet (Röm 6,6). Aber wir haben immer noch das Fleisch, durch das wir versucht werden (Jak 1,14-15). Der alte Mensch ist nun durch einen neuen Menschen ersetzt worden, der den Begierden des Fleisches widersteht und danach trachtet, die Tür des Herzens gegen die „Räuberbande“ geschlossen zu halten.

Jesus wurde in allen Punkten wie wir versucht und überwand (Hebr 4,15). Er kam jedoch nicht im „sündigen Fleisch“, sondern lediglich in „der Gestalt des sündigen Fleisches“ (Röm 8,3). Wir haben jahrelang in Sünde gelebt. Die sündigen Gewohnheiten, die wir uns über die Jahre angeeignet haben, bewirken, dass wir unbewusst sündigen, auch nachdem wir wiedergeboren sind.

So werden beispielsweise jene, die in der Vergangenheit viele Fluchworte gebraucht haben, feststellen, dass solche Wörter unbewusst aus ihrem Munde herauskommen, wenn sie unter Druck sind, während Menschen, die vor der Zeit ihrer Bekehrung niemals Fluchworte gebraucht haben, sich nicht dabei entdecken, solche Worte sogar unbewusst benutzt zu haben. In ähnlicher Weise stellen Menschen, die viel Pornografie konsumiert haben, fest, dass sie ein größeres Problem mit schmutzigen Gedanken und Träumen haben, als jene, die dieser Leidenschaft nicht in diesem Ausmaß gefrönt haben.

Jesus hat nie gesündigt und er hatte in seinem Leben auch keine unbewusste Sünde. Auch wenn er nur unbewusst gesündigt hätte, hätte er für diese Sünde ein Opfer darbringen müssen (wie wir in 3Mo 4,27-28 lesen). Dann hätte er kein perfektes Opfer für unsere Sünden sein können.

Die Lehre von der Person Jesu war im Laufe der Kirchengeschichte ein kontroverser Punkt und es sind diesbezüglich viele Irrlehren verbreitet worden. Einige haben seine Göttlichkeit bis hin zu dem Punkt überbetont, dass sie ihn nicht als Menschen sehen konnten, der in allem wie wir versucht wurde. Einige haben seine Menschlichkeit bis hin zu dem Punkt überbetont, bis sie seine Göttlichkeit aufgehoben haben.

Unsere einzige Schutzmaßnahme, um diese beiden Irrlehren zu vermeiden besteht darin, für den ganzen Ratschluss Gottes in der Heiligen Schrift einzustehen, und zu stoppen, wo die Schrift stoppt, damit wir nicht „darüber hinausgehen“ (2Joh 7.9).

Das Kommen Jesu als Mensch auf diese Erde ist ein Geheimnis. Es ist für uns töricht, diese Lehre über das hinaus, was uns in der Bibel gesagt wird, zu prüfen und zu analysieren. Dies würde eine so törichte und unehrerbietige Handlung sein wie wenn die Israeliten neugierig in die Bundeslade Gottes (ein Typ von Christus) guckten - eine Handlung, für die Gott sie niederschlug (1Sam 6,19).

Jesus sagte, dass er auf die Erde kam, um seinen eigenen Willen zu verleugnen, und den Willen seines Vaters zu tun (Joh 6,38). Dies zeigt, dass Jesus einen menschlichen Willen hatte, der dem Willen seines Vaters entgegenstand (Mt 26,39). Sonst hätte er diesen Willen nicht verleugnen müssen.

Jesus wurde auch genauso wie wir in allen Punkten versucht (Hebr 4,15). Aber weil er in seinem Herzen diesen Versuchungen nie nachgab, sündigte er niemals (Jak 1,15). Jede Versuchung, der wir je begegnen, wurde von unserem Herrn Jesus während seines irdischen Lebens konfrontiert und überwunden.

Wir alle wissen, wie schwer es ist, sogar einen einzigen Tag lang ohne Sünde zu leben! Daher könnten wir sagen, dass das größte Wunder, das Jesus jemals getan hat, darin lag, mehr als 33 Jahre lang ohne Sünde zu leben - obwohl er täglich in allem wie wir versucht wurde. Er widerstand der Sünde bis zum Tode, und er empfing Gnade vom Vater, weil er sie unter lautem Schreien und mit Tränen suchte (Hebr 5,7 und 12,3-4).

Als unser Vorläufer ruft er uns auf, seinem Beispiel zu folgen, indem wir das Kreuz auf uns nehmen - indem wir unseren Eigenwillen dem Tode ausliefern (Lk 9,23).

Wir fallen in Sünde, weil wir der Sünde nicht ernst genug widerstehen und weil wir den Vater nicht um Gnade zum Überwinden bitten. Heute werden wir nicht aufgefordert, Jesus in den äußerlichen Aspekten des Lebens nachzufolgen, indem wir als Zimmermann oder Junggeselle leben, auch nicht in seinem Wirken [Dienst] oder indem wir auf dem Wasser wandeln oder die Toten auferwecken, sondern indem wir wie er im Überwinden der Sünde treu sind.

Der Heilige Geist inspiriert uns, in Bezug auf Christus zwei Bekenntnisse abzulegen - eines, dass er der Herr ist, und das andere, dass er in das Fleisch kam (1 Kor 12,3; 1Joh 4,2-3). Beide Bekenntnisse sind gleich wichtig, aber noch mehr das letztere, weil uns gesagt wird, dass das identifizierende Kennzeichen des Geistes des Antichristen darin besteht, dass er nicht bekennt, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist (2 Joh 7).

Heute ist der Mensch Christus Jesus (1Tim 2,5) der „Erstgeborene unter vielen Brüdern“ (unserer älterer Bruder) und sein Vater ist auch unser Vater (Röm 8,29; Joh 20,17; Eph 1,3; Hebr 2,11).

Jesus hörte nicht auf, Gott zu sein, als er auf die Erde kam (Joh 10,33), und er hörte nicht auf, Mensch zu sein, als er in den Himmel zurückkehrte (1Tim 2,5).

Die Wahrheit über das Heil

Das Wort Gottes spricht vom „Heil“ in drei Zeitformen - Vergangenheit (Eph 2,8), Gegenwart (Phil 2,12) und Zukunft (Röm 13,11) - oder anders ausgedrückt, sie spricht von Rechtfertigung, Heiligung und Verherrlichung.

Das Heil hat ein Fundament und einen Überbau. Vergebung von Sünden und Rechtfertigung sind das Fundament.

Rechtfertigung bedeutet mehr als die Vergebung unserer Sünden. Sie bedeutet auch, dass wir in Gottes Augen auf der Grundlage von Christi Tod, Auferstehung und Himmelfahrt für gerecht erklärt wurden. Sie basiert nicht auf unseren Werken (Eph 2,8-9), denn sogar unsere gerechten Taten sind in Gottes Augen wie ein beflecktes Kleid (Jes 64,5). Wir werden mit der Gerechtigkeit Christi bekleidet (Gal 3,27). Reue [Buße, Umkehr] und Glaube sind die Bedingungen für die Vergebung und die Rechtfertigung (Apg 20,21).

Echte Buße muss in uns die Frucht der Wiedergutmachung hervorbringen - indem wir Geld zurückgeben, Dinge und fällige Steuern, die sich zu Unrecht in unserem Besitz befinden (die anderen gehören) und uns bei denen, denen wir Unrecht getan haben, entschuldigen, so weit das möglich ist (Lk 19,8-9). Wenn Gott uns vergibt, dann verlangt er von uns auch, dass wir anderen in derselben Weise vergeben. Wenn wir dies nicht tun, zieht Gott seine Vergebung zurück (Mt 18,23-35).

Auf Reue und Glauben muss die Taufe durch Untertauchen im Wasser folgen, wodurch wir gegenüber Gott, den Menschen und den Dämonen öffentlich bezeugen, dass unser alter Mensch in der Tat begraben wurde (Röm 6,4.6).

Wir können dann die Taufe im Heiligen Geist empfangen, wodurch wir mit Kraft ausgerüstet werden, durch unser Leben und unsere Lippen Zeugen für Christus zu sein (Apg 1,8). Die Taufe im Heiligen Geist ist eine Verheißung, die von allen Kindern Gottes durch Glauben empfangen werden soll (Mt 3,11; Lk 11,13).

Es ist das Privileg eines jeden Jüngers, das Zeugnis des Geistes zu haben, dass er in der Tat ein Kind Gottes ist (Röm 8,16) und auch sicher zu wissen, dass er tatsächlich den Heiligen Geist empfangen hat (Apg 19,2).

Heiligung ist der Überbau des Gebäudes. Heiligung (was bedeutet, von Sünde und der Welt „abgesondert zu sein“) ist ein Prozess, der mit der Neugeburt beginnt (1Kor 1,2) und der sich während unseres ganzen irdischen Lebens fortsetzen sollte (1Th 5,23-24). Das ist ein Werk, das Gott in uns durch den Heiligen Geist beginnt, indem er seine Gesetze in unser Herz und unseren Sinn schreibt; aber wir müssen unseren Teil tun und unser Heil mit Furcht und mit Zittern verwirklichen. Es ist unsere Aufgabe, die Taten des Fleisches durch die Kraft, die der Geist uns anbietet, zu töten (Röm 8,13). Es ist unsere Aufgabe, uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zu reinigen und die Heiligung in der Furcht Gottes zu vollenden (2Kor 7,1).

Wenn ein Jünger bei dieser Aufgabe mit dem Heiligen Geist auf radikale Weise und mit ganzem Herzen zusammenarbeitet, wird das Werk der Heiligung in seinem Leben rasch voranschreiten. Dieses Werk wird im Leben der Person, die träge auf die Leitung des Heiligen Geistes reagiert, offensichtlich langsam vorangehen oder stagnieren.

Es geschieht gerade in Zeiten der Versuchung, dass unsere Ernsthaftigkeit, die Heiligung zu erlangen, geprüft wird.

Geheiligt zu werden bedeutet, dass die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt wird - und nicht nur äußerlich wie unter dem alten Bund (Röm 8,4). Dies hat Jesus in Matthäus 5,17-45 betont.

Die Erfordernisse des Gesetzes wurden von Jesus so zusammengefasst: Gott von ganzem Herzen und den Nächsten wie uns selbst zu lieben (Mt 22,36-40).

Es ist das Gesetz der Liebe, das Gott nun in unser Herz schreiben möchte, denn das ist seine eigene Natur (Hebr 8,10; 2Pt 1,4). Die äußerliche Manifestation davon wird ein siegreiches Leben über alle bewusste Sünde und Gehorsam gegenüber allen Geboten Jesu sein (Joh 14,15).

Es ist unmöglich, in dieses Leben einzutreten, ohne zuerst die Bedingungen der Jüngerschaft zu erfüllen, die Jesus festgelegt hat (Lk 14,26-33). Diese bestehen generell darin, dem Herrn den ersten Platz vor allen Angehörigen und vor dem eigenen Ich einzuräumen und sich vom materiellem Wohlstand und Besitz [als Götzen] loszusagen.

Das ist die enge Pforte, durch die wir zuerst gehen müssen. Dann kommt der schmale Weg der Heiligung. Diejenigen, die nicht nach Heiligung streben, werden den Herrn niemals sehen (Hebr 12,14).

Während es möglich ist, in unserem Gewissen hier und jetzt vollkommen zu sein (Hebr 7,19; 9,9.14), ist es nicht möglich, sündenlos und vollkommen zu sein, bis wir bei Christi Rückkehr einen verherrlichten Leib erhalten (1Joh 3,2). Wir können ihm erst dann GLEICH sein. Aber wir müssen schon jetzt danach trachten, so zu LEBEN wie er lebte (1Joh 2,6).

Solange wir diesen vergänglichen Leib haben, wird man darin unbewusste Sünden finden, wie sehr wir auch geheiligt sein mögen (1Joh 1,8). Aber wir können in unserem Gewissen schon jetzt vollkommen (Apg 24,16) und frei von bewusster Sünde sein (1Joh 2,1a), wenn wir ernsthaft sind (1Kor 4,4).

Daher warten wir auf das zweite Kommen Christi und auf unsere Verherrlichung - den letzten Teil unseres Heils, wenn wir sündenlos vollkommen werden (Röm 8,23; Phil 3,21).

Die Wahrheit über die Kirche

Die Kirche ist der Leib Christi. Sie hat nur ein Haupt - Christus; und sie hat nur ein Hauptquartier - den dritten Himmel. Im Leib Christi hat jedes Mitglied eine Funktion (Eph 4,16). Während einige Mitglieder eine wichtigere Verantwortung oder einen sichtbareren Dienst haben als andere, hat jedes Mitglied etwas Wertvolles beizutragen. Christus gab seiner Kirche Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer, um seinen Leib zu bauen (Eph 4,11). Dies sind Dienste, keine Titel. Apostel sind jene, die von Gott berufen und ausgesandt sind, um örtliche Gemeinden zu gründen. Sie haben in der Gemeinde den ersten Platz (1Kor 12,28) und sie sind daher Älteste für die Ältesten der Gemeinden in ihrem Einzugsgebiet (2Kor 10,13). Propheten sind jene, welche die verborgenen Nöte von Gottes Volk erkennen und stillen. Evangelisten sind jene, die begabt sind, um die Heiden zu Christus zu führen. Sie müssen diese Bekehrten dann in die örtliche Gemeinde bringen, welche der Leib Christi ist. (In diesem Punkt versagen viele moderne Evangelisten). Hirten sind jene, welche die jungen Lämmer und Schafe betreuen und sie leiten. Lehrer sind jene, welche die Heilige Schrift und ihre Lehren erklären. Diese fünf Gaben sind für die Kirche in aller Welt gegeben; und von diesen sind Hirten die Hauptstützen von jeder örtlichen Gemeinde. Die anderen Gaben können von umherziehenden Dienern (von anderen Orten aus) ausgeübt werden.

Die Leitung der örtlichen Gemeinde sollte in der Hand von Ältesten sein. Das Neue Testament lehrt dies ganz deutlich (Tit 1,5; Apg 14,23). „Älteste“, die Pluralform, bedeutet, dass es in jeder Gemeinde mindestens zwei geben muss. Eine Pluralität von Ältesten ist für ein Gleichgewicht in der Leitung der örtlichen Gemeinde und auch für das Binden der Aktivitäten Satans durch die Macht der Gegenwart des Herrn (wie wir in Mt 18,18-20 lesen) notwendig.

Die Ein-Mann-Leitung einer Gemeinde widerspricht der Lehre des Neuen Testaments. Einer von diesen Ältesten mag jedoch der „Bote der Gemeinde“ (Offb 2,1) sein, wenn er mit dem Wort Gottes begabt ist.

Jesus verbat seinen Jüngern, Titel zu tragen (Mt 23,7-12). Es widerspricht daher dem Wort Gottes, Rabbi, Vater, Pastor, Hochwürden oder Leiter genannt zu werden. Der Titel „Hochwürden“ [Ehrwürden] wird in der Bibel nur für Gott benutzt (Ps 111,9); und jemand, der diesen Titel benutzt, kann wie Luzifer schuldig sein, so wie Gott sein zu wollen (Jes 14,14). Jeder in der Gemeinde, ob groß oder klein, soll einfach ein Bruder oder ein Diener sein.

Die Versammlungen der örtlichen Gemeinden müssen für alle Jünger offen sein, um prophetisch zu reden (1Kor 14,26-40), es sei denn, es ist eine Zusammenkunft zum Zwecke der Lehre (Apg 20,9.11) oder des Gebets (Apg 12,5.12) oder der Evangelisation (Apg 2,14-40). Die Gabe der Prophetie muss von allen angestrebt werden, die sie in den Versammlungen praktizieren möchten (1Kor 14,1.39). Die Zungenrede jedoch, obwohl sie in erster Linie zur persönlichen Erbauung dient (1Kor 14,4.18-19), kann auch in den Versammlungen der Gemeinde praktiziert werden, aber ihr sollte stets eine Auslegung folgen (1Kor 14,27). Die Auslegung einer Zungenrede kann eine Offenbarung, ein Wort der Erkenntnis, eine prophetische Rede, eine Lehre oder ein Gebet zu Gott sein (1Kor 14,2-6). All die Gaben, die in 1. Korinther 12,8-10.28 und Römer 12,6-8 erwähnt werden, sind notwendig, um den Leib Christi aufzubauen. Eine Kirche, die die Gaben des Geistes verachtet oder ignoriert, wird sie niemals haben.

Frauen dürfen in den Versammlungen mit bedecktem Haupt beten und prophetisch reden, aber ihnen ist nicht gestattet, Autorität auszuüben oder Männer zu lehren (1Kor 11,5; 1Tim 2,12).

Die Kirche hat auch eine Verantwortung, die gute Nachricht allen Menschen, die sie erreichen kann mit allen möglichen Mitteln zu verkündigen, mit dem Ziel Jünger Christi unter allen Völkern zu machen (Mk 16,15 und Mt 28,19). Evangelisation ohne Jüngerschaft ist jedoch ein Hindernis für das Zeugnis Christi auf Erden.

Jede örtliche Gemeinde muss auch den Tod des Herrn durch das „Brotbrechen“ (1Kor 11,22-34) verkünden. Die Häufigkeit dieses Zeugnisses ist eine Angelegenheit, in der das Wort Gottes jeder Kirche Freiraum einräumt. Aber es darf niemals zu einem leeren Ritual verkommen.

In Bezug auf Opfergaben ist Gottes Wort deutlich, dass es falsch ist, Geld von Ungläubigen für das Werk Gottes zu erhalten (3Joh 7). Opfergaben dürfen daher in Versammlungen, wo Ungläubige anwesend sind, nicht aufgenommen werden. Alles Geben von Gläubigen soll freiwillig und im Verborgenen erfolgen (2Kor 9,7). Es ist falsch, Berichte über das Werk an andere mit der Absicht zu senden, Geld von ihnen zu erhalten (sogar wenn solche Berichte „Gebetsbriefe“ genannt werden).

Die Kirche kann nur dann unerschütterlich sein, wenn sie Jünger zum Gehorsam des Glaubens führt - zum Gehorsam gegenüber allen Geboten Jesu, besonders denen, die in Matthäus 5-7 aufgeführt sind. Wir müssen auch den kleinsten Geboten im Neuen Testament gehorchen und sie eifrig verkündigen. Das ist es, was einen Menschen in Gottes Augen groß macht (Mt 5,19).

Es gibt viele Dinge, über die das Neue Testament schweigt. In solchen Dingen sollen wir nicht dogmatisch sein, sondern müssen anderen Jüngern Freiheit einräumen, sich an ihre eigenen Überzeugungen zu halten, während wir selber an unseren eigenen Überzeugungen festhalten (Röm 14,5).

Es ist leicht, jene Menschen zu lieben, die mit uns in allen Dingen übereinstimmen. Unsere Liebe wird jedoch durch unsere Einstellung gegenüber denen, die nicht mit uns übereinstimmen, geprüft. Gott hat nicht beabsichtigt, dass alle seine Kinder in jedem unbedeutendem Punkt dieselbe Meinung haben. Er hat auch nicht beabsichtigt, dass jede örtliche Gemeinde in allen Angelegenheiten, die nicht in der Heiligen Schrift geregelt sind, dieselbe äußere Form hat. Die Herrlichkeit Gottes soll in einer Einheit inmitten von Vielfalt zum Ausdruck kommen. Uniformität ist menschengemacht und bringt geistlichen Tod. Gott wünscht sich nicht Uniformität, sondern Einheit.

Schließlich müssen wir uns auch daran erinnern, dass das deutlichste Kennzeichen der Jünger Jesu ihre Liebe zueinander ist (Joh 13,35). Daher muss die Kirche danach trachten, eins zu sein, so wie der Vater und der Sohn eins sind (Joh 17,21).

All das ist, in Kurzform, die Wahrheit, auf der wir fest gegründet sein müssen.

Wir wissen, dass dies die Wahrheit ist, denn sie hat alle diejenigen befreit, die sie mit ganzem Herzen angenommen haben (Joh 8,32).

Deutsche Übersetzung: Alois Mair

   
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