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Wort zur Woche
November 2016 (1)
Evangelisiert und macht Jünger - Zac Poonen
(Evangelise and Make Disciples)

Im 1. Korintherbrief 3 lesen wir von Evangelisation und Gemeindebau. „Einer sagt: Ich gehöre zu Paulus! der andere aber: Ich zu Apollos!“ (1 Kor 3,4). Paulus sagt: „Was ist der Unterschied? Ich habe gepflanzt und Apollos hat begossen“ (1 Kor 3,6). Paulus tat das Werk eines Evangelisten – er grub den Boden um und pflanzte den Samen. Apollos kam später hinzu und begoss. Er hat nicht den Boden umgegraben und Samen gesät. Wozu hätte er das tun sollen, wenn doch jemand anderes es bereits erledigt hat? Er hätte den Samen zerstört, wenn er den Boden erneut umgegraben hätte! Was der Boden jetzt brauchte war begossen zu werden – und dies war auch, was Apollo klugerweise tat. Manche Evangelisten sind verärgert, wenn jemand anderes kommt und begießt, was sie gepflanzt haben. Sie sagen: „Warum gehst du nicht hin und pflanzt irgendwo anders? Warum kommst du in mein Feld?“ Aber ist es dein Feld oder des Herrn Feld? Wenn du Gottes Werk tust ist es Gottes Feld und Er kann einen anderen Diener schicken, um zu begießen, was du gepflanzt hast. Paulus erkannte dies und somit erfreute er sich über das, was Apollos tat. Wenn du allerdings dein eigenes Feld bebaust, dann wird es eines Tages so wie „Holz, Heu und Stroh“ verbrennen (1 Kor 3,12-15).

Die Tragik vieler heutiger Evangelisation ist, dass die Leute sagen: „Das ist MEIN Bekehrter“ und es somit häufig zu doppelter Arbeit in Gottes Weinberg kommt – viele Christen tun dasselbe immer und immer wieder, anstatt dass jeder das tut, wozu ihn Gott berufen hat. Wenn Paulus pflanzt, ist es dann nicht gut, dass Apollos kommt und nicht erneut pflanzt, sondern begießt? Dies wird dafür sorgen, dass die schwachen Pflanzen zu einem soliden Baum wachsen. Auf diese Art funktionierte Kooperation im ersten Jahrhundert. Aber heute sehen wir in der Christenheit leider keine Kooperation, sondern Wettbewerb. Lasst uns also lernen, nicht die Arbeit von jemand anderem zu duplizieren, sondern in Kooperation zu arbeiten und kein Werk als „UNSERS“ anzusehen!

Der Missionsbefehl, den der Herr uns gab, war „zu evangelisieren“ (Mk 16,15) und dann „Jünger zu machen und sie zu lehren, all das zu halten, was Er sie geboten hat“ (Mt 28,19-20). Stell dir dieses Bild vor: Wenn du 100 Leute sehen würdest, die einen Baumstamm tragen, von denen 99 ein Ende des Baumstammes tragen würden und einer das andere Ende, an welchem Ende würdest du helfen? In vielen Ländern beschäftigen sich heute 99% der christlichen Arbeiter mit Evangelisation und 1% macht Bekehrte zu Jüngern und baut mit ihnen eine lokale Gemeinde. Darum entschied ich mich am Ende mit dem 1% zu helfen. Ich bin nicht gegen die, die am anderen Ende helfen, auch sie werden gebraucht, aber es gibt bereits viele Leute dort.

Paulus und Apollos arbeiteten zusammen und ihre Bekehrten waren für den Herrn und ihre Gemeinden waren auch für den Herrn. Paulus pflanzte und Apollos begoss, aber Gott war derjenige, der das Wachstum gab. Also sollte die ganze Ehre an Gott allein gehen. Paulus sagt über sich selbst und Apollos „Wir sind niemand. Wir sind nichts“ (1 Kor 3,7). Deswegen konnten sie harmonisch zusammenarbeiten. Zwei „Niemande“ können leicht zusammenarbeiten. Erst wenn einer von ihnen denkt, er sei ein „Jemand“, gibt es ein Problem.

Wenn du jemals irgendwo eine lokale Gemeinde bauen wirst, lass mich dir einen Rat geben, als jemand, der den Herrn seit 40 Jahren, in Indien und anderweitig, Gemeinden gründen gesehen hat. „Sei selbst als Erstes ein „Niemand“ und dann mach all deine Bekehrten zu „Niemanden“. Dann wirst du eine wundervolle Gemeinde bauen – wo es Kooperation und keinen Wettbewerb gibt. Eine Gemeinde, wo jeder, vom Leiter bis zum Neubekehrten, nur eine Null ist, wird die beste Gemeinde der Welt sein. Sie sind zwar alles Nullen, aber wenn man Jesus vor sie alle hinstellst, der eine 1 ist, wird Er selbst einer Gemeinde mit nur 9 Leuten einen Wert von einer Milliarde (1.000.000.000) geben! Also entschließe dich, dass du niemals ein „Jemand“ werden wirst, sondern immer ein „Niemand“ bleibst, so wie Paulus und Apollos.

   
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