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Wort zur Woche
Mai 2016 (1)
Bist du ein Ankläger oder ein Fürbitter? - Zac Poonen
(Do You Accuse or Do You Intercede?)

Wir In Offenbarung 12,10 lesen wir, dass Satan „der Ankläger der Brüder“ ist, und dass er sie Tag und Nacht vor Gott verklagt. Dies ist ein Vollzeitdienst, in dem Satan beschäftigt ist. Und in diesem Dienst hat er viele Mitarbeiter – sowohl unter seinen bösen Geistern als auch unter Menschen. Die traurige Tatsache ist, dass es viele Christen gibt, die in diesem Dienst des Anklagens mit Satan zusammenarbeiten.

Gott sandte seinen Sohn nicht in die Welt, um die Welt zu verurteilen, sondern um sie zu retten (Joh 3,17). Und der Grund, warum unser Herr in der Lage ist, uns vollständig zu retten, liegt darin, dass er für immer lebt, um für uns Fürbitte zu leisten (Hebr 7,25). Der Dienst des Anklagens und der Verurteilung ist der Dienst Satans und wir sollten daran keinen Anteil haben. Unser Herr auf der anderen Seite hat einen Vollzeitdienst der Fürbitte und des Heils. Das ist der Dienst, den wir haben sollten.

Für diesen Dienst hat Gott uns dem Herrn Jesus als seine Braut und seine „Gehilfin“ gegeben. So sollen wir also in diesem Dienst der Fürbitte Jesu Mitarbeiter sein. So wie der Vater Jesus in die Welt sandte – nicht um die Welt zu verurteilen (zu richten, anzuklagen, zu verdammen), sondern um sie zu retten –, genauso hat er uns auch in die Welt gesandt, nicht um andere zu verurteilen, zu richten oder anzuklagen, sondern um sie zu retten (Joh 20,21). Daher können wir nur dann effektive Werkzeuge in Gottes Händen in seinem Werk in der heutigen Welt sein, wenn wir den „Geist des Anklagens“ (den Geist Satans) völlig loswerden und ihn mit dem „Geist der Fürbitte“ (dem Geist Christi) ersetzen.

Es ist unmöglich, schlecht über eine Person zu reden oder sie anzuklagen, wenn du regelmäßig für sie betest. Probiere es aus und sieh, ob es nicht wahr ist: Du betest nie für die, die du anklagst. Richtig? Das ist der Grund, warum dich dieser „krebsartige Geist des Anklagens“ nie zu verlassen scheint, sondern von Jahr zu Jahr schlimmer wird – genauso wie irgendein anderer Krebs! Satan hat im heutigen Christentum seinen großen Tag, weil seine Geister der Anklage einen leichten Zugang zum Leben und zum Herzen so vieler Christen haben.

Der Dienst der Fürbitte ist etwas, was jeder von uns ernst nehmen muss. Es gibt keinen anderen Weg, um Satan in der Gemeinde zu überwinden. Unser Herr hat uns nicht bloß aufgetragen, denen zu vergeben, die uns verfolgen, sondern auch für sie zu beten (Mt 5,44). Wenn wir ihnen bloß vergeben und nicht für sie beten, kann der Geist der Anklage erneut in unser Leben eindringen. Fangen wir daher an, Gott füreinander zu danken, denn das ist der Punkt, an dem jede echte Fürbitte beginnt. „Ihr seid berufen in [zu] einem Leibe – seid dankbar (füreinander)“ (Kol 3,15).

In den Briefen des Paulus sehen wir, wie er diese Gewohnheit hatte: Er begann seine Briefe immer, indem er Gott für die Christen dankte – in Rom, Ephesus, Philippi, Kolossä und in Thessalonich und auch für Timotheus und Philemon (Röm 1,8; 1Kor 1,4; Eph 1,15-16; Phil 1,3; Kol 1,3; 1Th 1,2; 2Th 1,3; 2Tim 1,3; Phlm 4). Zweifellos hatten all diese Christen viele Fehler, die ein frommer Mensch wie Paulus leicht sehen konnte. Aber er weigerte sich, mit dem Verkläger gemeinsame Sache zu machen und sie zu verklagen. Gott hatte ihn gesandt, um ihnen zu helfen und sie zu retten, nicht um sie anzuklagen und zu verurteilen.

Sogar als er den Korinthern schrieb, die solche ernsten Probleme in ihre Mitte hatten, begann Paulus damit, Gott für das Gute, das er in ihnen sehen konnte, zu danken. Erst als er das erwähnt hatte, korrigierte er sie. Vielleicht war das der Grund, warum die Christen in Korinth die Korrektur von Paulus bereitwillig annahmen (2Kor 7,8-9). Vielleicht ist das auch der Grund, warum andere unsere Korrekturen und Ermahnungen nicht annehmen – weil wir das Gute, das wir in ihnen gesehen haben, niemals wertgeschätzt haben!

Ihr, die ihr Eltern seid, bedenkt dies: Seid ihr nicht schneller gewesen, auf das Versagen und die Fehler, die ihr bei euren Kindern gesehen habt, hinzuweisen, als das Gute wertzuschätzen, das ihr bei ihnen gesehen habt? Habt ihr jemals Worte der Ermutigung und Wertschätzung an eure Kinder gerichtet? Habt ihr euch jemals mit ihnen hingekniet und Gott für sie gedankt? Wenn ihr kritisiert und nicht Wertschätzung zum Ausdruck gebracht habt, dann ist es nicht überraschend, dass eure Kinder nicht besser geworden sind! Warum nicht einen anderen – göttlicheren – Ansatz probieren? Wenn ihr eure Einstellung ändert, werdet ihr feststellen, dass sich auch eure Kinder ändern. Probiert es aus und seht, ob es nicht funktioniert.

Wir, die wir gläubig sind, sollten uns auch diese Frage stellen: Ist es wirklich wahr, was Satan uns ständig sagt, dass es in all den Gläubigen, die wir jahrelang angeklagt haben, überhaupt nichts Gutes gibt?

Gott gewähre es, dass so sehr auch der Geist des Anklagens, Klagens und der Verleumdung in der Vergangenheit in unseren Gedanken und Herzen seinen Raum fand, wir nun ebenso – und sogar noch mehr – mit dem Geist der Danksagung und der Fürbitte füreinander erfüllt werden mögen. Auf diese Weise wird der Feind nicht länger einen Platz in unserem Leben finden. Der Verkläger und seine Geister werden überwunden und vom Geist der Fürbitte ausgetrieben werden. Wirst du jetzt radikal sein und die Gewohnheit, andere anzuklagen, aufgeben – ein für allemal – und sie mit einem Geist der Fürbitte ersetzen? Möge der Herr uns allen helfen, das zu tun.

„Wer heilig ist, der sei weiterhin heilig. Wer unrein ist, der sei weiterhin unrein“ (Offb 22,11).

   
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