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Wort zur Woche
Februar 2016 (3)
Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen - Zac Poonen
(Do Not Lead Us into Temptation, But Deliver Us from Evil)

In Matthäus 6,13 lehrte Jesus uns zu beten: „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“ Echte Heiligkeit ist das Ergebnis eines Kampfes. Der bequeme Christ, der in einem Armsessel sitzt und sich bequem zurücklehnt und „auf einem Bett der Bequemlichkeit in den Himmel getragen werden möchte“, erlangt sie nicht. Nur wenn wir den Kampf gegen unsere Begierden und gegen Satan führen, werden wir heilig. Wir mögen uns dann die Frage stellen: „Wenn der Teufel für unsere Heiligkeit ein solches Hindernis ist, warum vernichtet Gott ihn dann nicht?“ Die Antwort darauf ist, dass der Teufel in einem bestimmten Sinne für unser geistliches Wachstum notwendig ist, genauso wie ein Ofen notwendig ist, um Gold zu läutern. Nur wenn unsere Muskeln einem Widerstand ausgesetzt sind, werden sie stark. Sonst würden wir fett und schlaff bleiben. Es ist genauso im geistlichen Bereich. Wir brauchen Widerstand, wenn wir geistlich stark sein wollen. Das ist der Grund, warum Gott zulässt, dass Satan uns versucht.

Adam war unschuldig – aber Unschuld bedeutet nicht Heiligkeit. Adam wäre sein ganzes Leben unschuldig geblieben und wäre nie heilig geworden, wenn er nicht versucht worden wäre. Unschuld ist ein Zustand der Neutralität, und um von diesem Zustand der Neutralität aus heilig zu werden, musste Adam eine Entscheidung treffen. Er musste „Nein“ zur Versuchung und „Ja“ zu Gott sagen. Nur dann würde er heilig werden. Und daher musste er versucht werden. Leider sagte er „Nein“ zu Gott und wurde daher ein Sünder.

Auch Jesus wurde in allem versucht wie wir (Hebr 4,15). Aber der Unterschied zwischen ihm und Adam bestand darin, dass er immer „Ja“ zu Gott sagte. Um ein vollkommener Mensch zu werden, die Art von Mensch, wie Gott alle Menschen haben möchte, musste Jesus durch die Dinge, die er litt, Gehorsam lernen (Hebr 5,8-9). Er wurde mit Versuchungen konfrontiert und überwand und wurde dadurch „vollkommen gemacht“. Das ist der Grund, warum Jesus für seine Jünger mit den Worten betete: „Vater, ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen“ (Joh 17,15). Jesus wusste, dass seine Jünger nie heilig werden könnten, wenn sie von allem Druck, allen Prüfungen und Versuchungen verschont bleiben würden, denen sie in dieser Welt begegneten.

Wir müssen zwischen Sünde und Versuchung unterscheiden. Wenn wir plötzlich von etwas, was wir zufällig sehen, versucht werden, ist das keine Sünde. Aber wenn wir fortfahren, auf das, was uns versucht, zu schauen oder darüber nachzudenken, dann sündigen wir. Wir können es nicht vermeiden, versucht zu werden. Aber wir können sicherlich die Entscheidung treffen, unsere Augen und unsere Gedanken von dem, was uns versucht, abzuwenden. Die Art und Weise, wie wir unseren Willen ausüben, wird entscheiden, ob wir heilig oder sündig sind.

Gott hält uns nicht für schuldig, weil wir versucht werden. Aber er möchte sicherlich, dass wir der Versuchung widerstehen. Wie jemand gesagt hat: „Ich kann nicht verhindern, dass die Vögel über meinen Kopf fliegen, aber ich kann verhindern, dass sie ein Nest in meinem Haar bauen.“ Du kannst nicht verhindern, dass die Versuchung an dich herankommt, aber du kannst verhindern, dass sie sich in deinem Verstand festsetzt! Gottes Wort lehrt uns nicht, dass wir uns so vielen Versuchungen wie möglich aussetzen sollten, um zu zeigen, wie stark wir sind. Nein, wir sollen vor der Versuchung fliehen. Paulus weist Timotheus an, von den Dingen, die ihn versuchen, zu fliehen (2Tim 2,22). Wir müssen von der Liebe zum Geld, von flirtenden Frauen und von allem, was uns von Gott wegführen wird, weglaufen.

Unsere Einstellung zur Versuchung sollte sein: „Ich will mich so weit wie möglich davon fernhalten.“ Wir sollten nicht wie kleine Kinder sein, die herauszufinden versuchen, wie nahe sie an den Rand einer Felsklippe gehen können, ohne hinunterzufallen oder wie nahe sie am Rand des Bahnsteiges stehen können, ohne vom Zug erfasst zu werden. Das ist kein Rat, den irgendwelche vernünftigen Eltern ihrem Kind geben werden. Wir sagen unseren Kindern, dass sie sich so weit wie möglich von solchen Gefahren fernhalten sollten. Dasselbe sagt uns auch Gott.

Die Bitte bedeutet in Wirklichkeit: „Vater, lass nicht zu, dass mir eine Versuchung begegnet, die für mich zu stark ist.“ Es ist der Schrei einer Person, die weiß, dass ihr Fleisch schwach ist, und die erkennt, dass sie leicht fallen kann.

Auf das Gebet „Und führe uns nicht in Versuchung“ (die für uns zu stark ist) folgt die Bitte „Erlöse uns von dem Bösen“.

Das Wort „erlösen“ könnte hier mit „Ziehe uns zu dir hin“ übersetzt werden. So lautet das Gebet also „Ziehe uns vom Bösen zu dir hin“. Gott und das Böse ziehen in zwei unterschiedliche Richtungen. Und wir sagen: „Vater, ich spüre diesen Sog des Bösen in meinem Fleisch. Aber lass mich nicht diesen Weg beschreiten. Ich möchte diesem Sog nicht nachgeben. Bitte ziehe mich hinüber auf deinen Weg.“ Dieses Verlangen und dieser Hunger, zu Gott hingezogen zu werden, ist eine wesentliche Voraussetzung für ein Leben des Sieges über die Sünde.

Ein Grund, warum die Verheißung in Römer 6,14 – „Die Sünde wird nicht über euch herrschen“ – im Leben vieler Christen keine Erfüllung findet, liegt darin, dass es tief drinnen in ihrem Herzen keinen ausreichenden Hunger nach Befreiung von Sünde gibt. Sie schreien nicht: „O Gott, erlöse mich von der Sünde, koste es, was es wolle!“ Sie dürsten nicht danach. Sie würden zu Gott geschrien haben, wenn sie ernsthaft krank gewesen wären. Aber sie glauben, dass Sündigen nicht so schlimm ist wie krank zu sein! Kein Wunder, dass sie besiegt bleiben.

In 2. Mose 2,23-25 heißt es: „Und die Israeliten seufzten über ihre Knechtschaft und schrien, und ihr Schreien über ihre Knechtschaft kam vor Gott … und Gott sah auf die Israeliten und nahm sich ihrer an.“ Das ist der Punkt, an dem Gott auch von uns Notiz nehmen wird – wenn wir beginnen, verzweifelt nach Befreiung zu rufen. Gott sagt: „Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen“ (Jer 29,13).

Es ist ein Prinzip der Heiligen Schrift, dass wir für irgendetwas Wertvolles, das wir von Gott empfangen, zuerst danach hungern und dürsten müssen. Nur dann lernen wir es genügend zu schätzen. Und daher wartet Gott, bis wir hungern und dürsten; und dann gibt uns Gott, wonach wir wirklich verlangen.

Das christliche Leben ist ein Kampf gegen Satan. Und in diesem Kampf hat Satan einen seiner Agenten direkt in unserem Inneren – unser Fleisch. Da unser Fleisch auf der Seite des Feindes ist, wird es alles Mögliche tun, um uns davon abzuhalten, im Kampf gegen Satan effektiv zu sein. Vergiss das niemals. Dass ist der Grund, warum wir nach völliger Erlösung vom Fleisch Verlangen haben müssen, wenn wir Satan überwinden wollen.

Es gibt viele Christen, die beten: „O Gott, beschütze mich vor allem Bösen, dass der Teufel und andere Leute mir anzutun versuchen.“ Aber sie füttern die ganze Zeit über ihr Fleisch (den Agenten des Feindes), indem sie ihm alles geben, was es möchte. Dann kann Gott sie nicht von allem Bösen befreien.

Lasst uns zuerst nach Befreiung von unsren fleischlichen Begierden trachten. Dann wird es für uns etwas Einfaches sein, Satan zu überwinden. Dann werden wir feststellen, dass uns nichts Böses von Menschen oder Dämonen antasten kann.

   
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