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Wort zur Woche
Februar 2015 (4)
Die Gefahr, sich auf menschliche Weisheit zu verlassen - Zac Poonen
(The Danger of Depending on Human Wisdom)

Das Buch Prediger wurde in die biblischen Schriften aufgenommen, um uns zu zeigen, dass es selbst dem weisesten Mann auf Erden misslingen kann, Gott zu finden, wenn er sich auf seine menschliche Klugheit verlässt. Jesus sagt: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart“ (Mt 11,25). Was haben Unmündige, Kleinkinder, das kluge und intelligente Leute nicht haben? Demut. Für einen klugen, intelligenten Menschen ist es sehr schwer, demütig zu sein. Es ist nicht falsch, intelligent zu sein, aber es ist sicherlich nicht gottesfürchtig, stolz auf seine Intelligenz zu sein. Stolze Menschen können niemals die Wege Gottes verstehen, und seien sie noch so intelligent.

Prediger zeigt uns, wie jemand sehr viel Wissen haben und doch überhaupt nicht geistlich sein kann. Die menschliche Weisheit, die sich heute in der Psychologie findet, hat viel Gutes. Aber es ist keine göttliche Weisheit. Und wenn göttliche Weisheit sich mit menschlicher Weisheit vermischt, ist das gefährlicher als menschliche Weisheit allein. Wenn jemand dich vergiften wollte, würde er ein kleines bisschen Gift mit viel Milch vermischen. Alles, was durch und durch schlecht ist, lässt sich schnell entlarven. Aber Psychologie hat viel Gutes in sich – und deshalb kann sie so gefährlich sein. Sie ist keine göttliche Weisheit. Göttliche Weisheit kommt allein aus der Bibel. Vieles, was die Psychologen sagen, die ihr Denken nicht Gottes Wort unterordnen, ist falsch. Wenn du ihnen folgst, wirst du in die Irre gehen.

In Prediger 3,1-8 sehen wir, dass Salomo die Menschen und die Welt sehr genau kannte. Nach vielen Jahren der aufmerksamen Beobachtung stellte er fest, dass alles, das geschieht, eine Zeit hat. Dabei gibt es hier wahre und falsche Behauptungen. Psychologie ist eine Mischung aus Wahrheit und Irrtum. Salomo sagt, geboren werden hat seine Zeit und sterben hat seine Zeit, pflanzen hat seine Zeit – das ist alles richtig. Aber dann fährt er fort und sagt, dass Töten und Hassen eine Zeit hat! Für einen geistlichen Menschen gibt es nie eine Zeit, um zu töten oder zu hassen – und es gibt keine Menschen, die er hasst. Ein geistlicher Mensch ruht in Gott und liebt alle Menschen, und zwar zu jeder Zeit.

Manche Psychologen lehren, dass jemand, der auf seinen Vater wütend ist, diese Wut loswerden kann, indem er auf ein Kissen einschlägt und sich dabei vorstellt, das Kissen sei sein Vater! Salomo glaubte wahrscheinlich so etwas, als er sagte, hassen habe seine Zeit. Aber das ist nicht der Weg Gottes. Jesus sagte: „Liebt eure Feinde.“ Hier haben wir also ein Beispiel dafür, wie Salomos weltliches Denken in dieses Buch geraten ist. Religiöse Prediger fügen dem Wort Gottes ihr weltliches Denken hinzu, wenn sie predigen. Wir müssen hier vorsichtig sein. Wenn wir nicht in Demut und Zerbrochenheit vor Gott leben, können wir leicht durch menschliche Weisheit in die Irre geführt werden, weil so vieles daran richtig klingt.

Ich möchte ein Beispiel geben: In der Christenheit ist eine neue Lehre aufgekommen, das „Visualisieren“. Es funktioniert ungefähr so: „Schließe deine Augen und visualisiere, dass 5000 Menschen in deiner Gemeinde sind, auch wenn du jetzt nur fünf hast. Visualisiere, dass ihr in einem sehr großen Gebäude zusammenkommt, selbst wenn ihr euch jetzt in einer kleinen Wohnung trefft. Wenn du gelähmt bist, visualisiere, dass du gehen kannst. Wenn du ein Moped hast, visualisiere, dass du ein schönes neues Auto besitzt – dann wirst du den nötigen Glauben haben, all diese Dinge zu erhalten – und du wirst sie auch erhalten.“ Meistens geht es bei diesen Visualisierungen um irdischen Luxus, große Gemeindegebäude und dergleichen. Ich habe nie gehört, dass jemand die Leute anleitete, sie sollten visualisieren, wie sie „das Kreuz auf sich nehmen, sich selbst sterben und Jesus nachfolgen“! Die Lehre der Visualisierung kommt aus der modernen Philosophie des „New Age“, einer Fälschung der göttlichen Wahrheit, und aus der Psychologie, nicht aus der Bibel. Viele Gläubige jedoch, die kein Unterscheidungsvermögen haben, stellen sich vor, dass sie damit ihren Glauben mehren können.

Glauben basiert nicht auf Visualisierung. Römer 10,17 ist sehr deutlich: „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi“. Glaube kann nur darauf basieren, was Gott spricht. Abraham hätte Isaak nicht bekommen können, indem er visualisierte, dass Sara einen Jungen gebären würde. Sein Glaube basierte auf Gottes klarem Versprechen. Du kannst nicht anfangen zu visualisieren, was immer du haben willst und erwarten, dass Gott es dir geben wird. Das ist eine Lehre der Psychologie, nicht der Bibel. Positives Denken mag gut sein für Geschäftsleute, aber es ist nicht biblischer Glaube. Jesus und die Apostel taten ihre Wunder nicht durch Visualisierung oder positives Denken. In diesen Tagen kann man leicht durch solche Fälschungen getäuscht werden. Das Buch Prediger enthält deshalb für uns alle in dieser Zeit eine Warnung vor der Gefahr, sich auf menschliche Weisheit zu verlassen.

   
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