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Wort zur Woche
Januar 2015 (4)
Entwickle die Angewohnheit, auf Gott zu hören - Zac Poonen
(Develop the Habit of Listening to God)

In Lukas 17,26-30 sagt uns Jesus, dass die letzten Tage sein werden wie die Tage Noahs und Lots, als die Menschen aßen und tranken, kauften und verkauften, pflanzten und bauten usw. Hast du bemerkt, dass keines dieser Dinge an sich sündig ist? Es sind alles ganz legitime Beschäftigungen. Warum hat dann Jesus diese Dinge als besonders charakteristisch für jene sündigen Tage genannt? Weil die Menschen in jenen Tagen so mit diesen legitimen Dingen beschäftigt waren, dass sie überhaupt keine Zeit mehr für Gott hatten. Der Teufel hat sie erfolgreich dazu gebracht, Gott völlig aus ihrem Leben zu verdrängen. Die Folge war natürlich und wird immer sein: moralischer Verfall und Verderben.

Vergleiche jene Zustände mit dem, was wir heute in der Welt sehen und wir werden exakt die gleiche Einstellung finden und folglich das gleiche Resultat. Männer und Frauen sind zu beschäftigt, um Zeit zu haben auf Gott zu hören. Prüfe dein eigenes Leben und sieh, ob es nicht wahr ist. Der Geist der Welt hat sich mitten ins Herz der Gläubigen geschlichen. Obwohl die Wissenschaft viele Mittel zur Zeitersparnis erfunden hat, die unsere Vorväter nicht hatten, so sind doch heute die Menschen in Zeitnot. Heute können wir mit dem Auto, dem Zug oder dem Flugzeug reisen, während man früher auf Tieren oder zu Fuß reisen musste. Unsere Vorfahren mussten viel mehr Zeit mit der täglichen Hausarbeit verbringen, die heute von Geräten und Maschinen verrichtet wird. Und doch hatten viele früher viel mehr Zeit für Gott als die meisten Leute heute. Warum? Weil sie die richtigen Prioritäten hatten. Sie haben das Wichtigste an die erste Stelle gesetzt.

Wenn wir effektive Zeugen für unseren Herrn sein wollen, ist es unerlässlich, dass wir jeden Tag Zeit zu seinen Füßen verbringen und auf seine Stimme hören. Es gibt heute viele, die unbedingt predigen wollen, aber nie die Gewohnheit entwickelt haben, täglich auf Gottes Stimme zu hören. Das Resultat ist ein trauriger Mangel am „Wort des Herrn“ und ein abstoßender Überfluss an menschlichen Worten. Von sehr wenigen heutigen Predigern kann man sagen: „Des Herrn Wort ist bei ihm“ (2Kö 3,12). Und doch war dies das Erkennungszeichen jedes wahren Dieners Gottes in der Bibel. Kein Mensch hat das Recht, zu anderen Menschen über Gott zu sprechen, der nicht zuerst Zeit damit verbracht hat, darauf zu hören, was Gott selbst sagt – und das gilt für privates Zeugnisgeben genauso wie für öffentliches Predigen. Es ist von Mose geschrieben, dass er vor dem Herrn hineinging und dann „herauskam und zu den Israeliten redete, was ihm geboten war“ (2Mo 34,34). Josua wurde gesagt, dass es ihm im Leben gelingen würde, wenn er täglich Gottes Wort betrachtete (Jos 1,8). Samuel ist ein weiteres klassisches Beispiel eines Mannes, der wartete, um Gott zu hören, bevor er zu den Menschen sprach. Das Resultat war, dass Gott „keines von allen seinen Worten zur Erde fallen ließ“ (1Sam 3,19).

In einem prophetischen Hinweis auf den Herrn Jesus in Jesaja 50,4 heißt es von ihm, dass Gott Morgen für Morgen zu ihm redete, denn seine Ohren waren geschult, auf die Stimme seines Vaters zu hören. Das Resultat war, wie wir im selben Vers lesen, dass Jesus für alle, die zu ihm kamen, das rechte Wort hatte, wie sie es brauchten. Er war wirklich das vollkommene Sprachrohr des Vaters. Wenn diese Angewohnheit, täglich auf Gottes Stimme zu hören, für Jesus notwendig war, wie viel mehr dann für uns. Wir werden niemals angemessen denen dienen können, die in Not sind, wenn wir in diesem Punkt versagen. Nur wenn wir lernen, „wie ein Jünger zu hören“, werden wir auch „die Zunge eines Jüngers“ haben. Leider sind viele, die schon längst andere lehren sollten, immer noch geistliche Säuglinge, weil sie diesen einen Punkt entweder vernachlässigt oder ignoriert haben.

Auf den Herrn zu hören, bedeutet nicht nur die Bibel zu lesen. Viele lesen ihre Bibel lediglich aus Routine. Auf den Herrn zu hören, bedeuet mehr als das. Es bedeutet, sein Wort zu betrachten und darüber nachzudenken, bis wir durch das Wort seine Botschaft an uns empfangen. Nur so kann unser Denken erneuert und immer mehr der Gesinnung Christi gleichgestaltet werden. Aber viele, die ihre Bibel lesen, haben es nie gelernt, so darüber zu meditieren.

Es gibt mindestens drei geistliche Wahrheiten, die wir davon lernen können, wie Maria zu Füßen des Herrn saß.

Sitzen ist – anders als Gehen, Laufen oder auch Stehen – vor allem ein Bild der Ruhe. Dies lehrt uns, dass unser Herz ruhig sein muss und unser Geist still, bevor wir Gott zu uns sprechen hören können. Sünde, die nicht bekannt wurde, verhindert das Erstere, während übermäßige Beschäftigung mit den Sorgen und Reichtümern dieser Welt dem Letzteren im Wege stehen. Wenn unser Gewissen unruhig ist oder unser Geist mit Angst und Sorge erfüllt ist, wie können wir hoffen, Gottes „stille und sanfte Stimme“ zu hören? Psalm 46,11 lehrt uns, dass wir still sein müssen, um Gott zu erkennen.

Zweitens ist das Sitzen zu den Füßen eines Menschen auch ein Bild der Demut. Maria saß nicht auf einem Stuhl auf gleicher Höhe mit Jesus, sondern niedriger als er. Gott spricht niemals zu einem stolzen Menschen, außer im Gericht. Aber er ist immer bereit zu der demütigen Seele, die wie ein Kind vor ihm ist, zu sprechen und seine Gnade anzubieten (Mt 11,25).

Zu sitzen wie Maria, ist drittens ein Bild der Unterordnung. Es ist die Haltung eines Jüngers in der Gegenwart seines Meisters. Unsere Unterordnung zeigt sich im Gehorsam gegenüber Gottes Wort. Gott spricht nicht in seinem Wort, um unsere Neugier zu befriedigen oder um uns Informationen zu geben. Sein Wort ist der Ausdruck seiner Herzenssehnsucht. Er spricht, damit wir gehorchen. Jesus machte es in Johannes 7,17 deutlich, dass wir nur dann, wenn wir Gottes Willen tun wollen, auch das Verständnis seines Willens empfangen.

Viele Christen verbringen Monate und Jahre damit, die Bibel zu lesen, ohne dass es ihnen darum geht, Gott durch die Bibel zu ihnen sprechen zu hören. Und doch sind sie anscheinend ganz zufrieden. Ich frage dich: Hörst du die Stimme des Herrn jeden Tag? Falls nicht, was ist die Ursache? Er spricht zu denen, die hören. Was ist es, das dein geistliches Ohr verstopft? Ist es ein Mangel an Stille vor Gott, ein Mangel an Demut im Geist oder ein Mangel an Gehorsam gegenüber dem, was er dir schon gesagt hat? Oder ist es vielleicht einfach ein Mangel an Sehnsucht danach? Was immer es sei, Gott möge es schenken, dass dem sofort und für immer abgeholfen werde. Bete das Gebet des Samuel: „Rede, Herr; denn dein Knecht hört.“ Dann öffne deine Bibel und suche ernsthaft das Angesicht des Herrn, und auch du wirst seine Stimme hören.

   
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