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Wort zur Woche
Januar 2015 (3)
Die Wichtigkeit des Ausharrens - Zac Poonen
(The Importance of Perseverance)

Offenbarung 1,9-10: Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses von Jesus. Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune.

Johannes nennt sich selbst „Mittgenosse an der Bedrängnis in Jesus“. Jeder ernsthafte Jünger Jesu sollte darauf vorbereitet sein, an der „Bedrängnis in Jesus“ teilzuhaben, solange er hier auf Erden ist. Johannes empfing diese Offenbarung nicht, während er ein bequemes Leben lebte. Er empfing sie, als er auf Patmos Bedrängnis erfuhr, weil er dem „Wort Gottes und dem Zeugnis von Jesus“ (Offb 1,9) treu gewesen war. Er musste selbst Bedrängnis erleiden, damit er davon schreiben konnte, wie die Heiligen in den letzten Tagen durch den Antichristen Drangsal erfahren werden. Gott führt uns zuerst durch Prüfungen und Bedrängnis, bevor er uns einen Dienst an anderen gibt, die Bedrängnis erfahren.

Paulus sagte: „Gott tröstet uns in all unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott“ (2Kor 1,4).

Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Lehre von der heimlichen Wiederkunft Jesu und der heimlichen Entrückung der Gemeinde vor der großen Drangsal zuerst in einem Land (England) aufkam, wo die Christen in aller Annehmlichkeit lebten, und zu einer Zeit (Mitte des 19. Jahrhunderts), als sie wegen ihres Glaubens keinerlei Verfolgung erlitten. Heute wird diese Lehre immer noch vertreten und geglaubt von Christen, die in Ruhe und Behaglichkeit leben und in Ländern, wo es keine Christenverfolgung gibt. Weil die Gebete der meisten Christen im Grunde so lauten: „Herr, mach mein Leben auf Erden angenehm“, ist es kein Wunder, dass sie die Lehre einer Entrückung vor der großen Drangsal sehr gern annehmen. Und so hat Satan erfolgreich Massen von Christen mit einem falschen Trost eingelullt, so dass sie unvorbereitet sein werden, wenn die große Drangsal auf sie kommt.

Jesu Worte sind klar: „In der Welt HABT IHR BEDRÄNGNIS. Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16,33). Er hat nie versprochen, dass wir der Drangsal entgehen – seien es kleinere oder sei es die große Drangsal. Aber er hat uns wohl gesagt, dass wir überwinden können, so wie er überwunden hat. Er ist viel mehr daran interessiert, uns zu Überwindern zu machen als uns aus der Drangsal zu erretten, denn er ist viel mehr an unserem Charakter interessiert als an unserer Bequemlichkeit.

Auch hat Jesus nie gesagt, dass es eine Belohnung für Treue ist, wenn man der großen Dransal entgeht, wie manche lehren. Im Gegenteil: Er hat gesagt, dass diejenigen, die alles aufgeben, um ihm nachzufolgen, sogar mehr Bedrängnis haben als andere, die ihm nicht folgen (Mk 10,30).

Als er für seine Jünger zum Vater betete, sagte er: „Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen“ (Joh 17,15). Er wollte NICHT, dass seine Jünger aus der Welt entrückt werden, nur weil sie Bedrängnis erleben würden.

Als im dritten Jahrhundert in den römischen Arenen Christen den Löwen vorgeworfen wurden und in verschiedenen Teilen des römischen Reiches auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden, rettete der Herr sie nicht aus solcher Bedrängnis. Der Gott, der zu Daniels Zeiten den Löwen das Maul verschloss und dem Feuerofen die Kraft nahm, tat solche Wunder NICHT für die Jünger Jesu – denn sie waren Christen des neuen Bunds, die Gott durch ihren Tod verherrlichten. Wie ihr Meister Jesus beteten sie nie und erwarteten auch nicht, dass zwölf Legionen von Engeln kommen würden und sie vor ihren Feinden schützen würden.

Vom Himmel aus sah Gott zu, wie die Braut seines Sohnes von Löwen in Stücke gerissen und zu Asche verbrannt wurde, und durch ihr Zeugnis wurde er verherrlicht; denn sie „folgten dem Lamm nach, wohin es geht“, selbst in einen gewaltsamen Tod (Offb 14,4). Das einzige Wort, das der Herr zu ihnen sprach, war: „Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“ (Offb 2,10).

Selbst wenn heute in vielen Ländern Jünger Jesu um seines Namens willen gefoltert und verfolgt werden, nimmt der Herr sie nicht von der Erde hinweg. Und er wird uns auch nicht vor der großen Drangsal in den Himmel entrücken. Er wird etwas weit Besseres tun. Er wird uns zu Überwindern inmitten der großen Drangsal machen.

Jesus ist viel mehr daran interessiert, uns vom Bösen zu erretten als von Drangsal. Er lässt es zu, dass wir durch Bedrängnis gehen, weil er weiß, dass das der einzige Weg ist, damit wir geistlich stark werden.

Eine solche Botschaft ist allerdings eine seltsame Lehre für Christen, die die Bequemlichkeit lieben und Sonntag für Sonntag in ihren Kirchenbänken von Predigern verhätschelt werden, die ihnen nach dem Munde reden. Aber das ist die Botschaft, die die Apostel in den Urgemeinden predigten. „Sie (die Apostel Paulus und Barnabas) stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu bleiben, und sagten: Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen“ (Apg 14,22).

Die kleinen Prüfungen, die wir jetzt zu Hause und bei der Arbeit erleben, sind nur eine Vorbereitung für die größeren, die in der Zukunft kommen werden. Darum ist es unbedingt notwendig, dass wir jetzt treu sind. Denn Gott sagt: „Wenn es dich müde macht, mit Fußgängern zu gehen, wie wird es dir gehen, wenn du mit Rossen laufen sollst?“ (Jer 12,5).

Johannes spricht hier davon, dass er ein „Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus“ (Offb 1,9) sei. Wir müssen zuerst in die Gemeinschaft mit Jesus in der Bedrängnis eintreten, bevor wir in seinem Reich den Thron mit ihm teilen können.

Beharrlichkeit ist eine große Tugend, die im ganzen neuen Testament betont wird. Jesus selbst hat gesagt: „Dann werden sie euch der Bedrängnis preisgeben ... Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden“ (Mt 24,13).

   
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