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Wort zur Woche
Januar 2015 (2)
Gottes Plan für unser Leben erfüllen - Zac Poonen
(Fulfilling God's Purpose for Our Life)

„Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi Willen für Schaden erachtet. Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, damit ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde, dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird. Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleich gestaltet werden, damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten. Nicht, dass ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich's wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin. Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht so ein, dass ich's ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung in Christus Jesus“ (Phil 3,7-14).

Diese Worte wurden nicht von einem jungen Enthusiasten geschrieben, der am Anfang des christlichen Weges steht. Sie sind das Zeugnis eines reifen Christen am Ende eines reichen und erfüllten Lebens. Dreißig Jahre waren seit der Bekehrung des Paulus vergangen. Während dieser Jahre hatte Gott ihn benutzt, um viele Gemeinden zu gründen und hatte seinen Dienst kraftvoll mit Zeichen und Wundern bestätigt. Von Anfang an hatte Paulus sich rückhaltlos in der Arbeit für das Evangelium verausgabt, war ständig auf Reisen und großen Härten ausgesetzt. Wachsend in Christusähnlichkeit, hatte er die Realität des Sieges über Sünde erkannt. Und zu seinen zahlreichen freudigen Erfahrungen zählte das einzigartige Erlebnis, dass er, wie er es nannte, in den dritten Himmel entrückt wurde und außergewöhnliche Offenbarungen geistlicher Wahrheiten empfing.

Und doch sagt er nach all dem, dass er noch nicht alles ergriffen habe, das Gott für sein Leben geplant hat. Hier ist einer der größten Christen aller Zeiten und am Ende seines Lebens sagt er, dass er noch dem Ziel nachjagen muss. Für die meisten Gläubigen beginnt und endet die Errettung leider mit der neuen Geburt und der damit gesicherten Rettung vor dem göttlichen Gericht. Nicht so für den Apostel, und für niemanden, der wie dieser ein wahrer Jünger Christi sein will. In diesem Bibelabschnitt erklärt Paulus seine feste Überzeugung, dass Christus ihn zu einem bestimmten Zweck ergriffen hat. Und Paulus war im Gegenzug entschlossen, diesen Zweck zu jedem Preis zu erfüllen. Dies ist eine gewaltige und ernste Wahrheit, dass der Herr, wenn er uns bei unserer Bekehrung ergreift, dies zu einem Zweck geschieht, der weit, weit darüber hinausgeht, als nur unsere Seele vom Höllenfeuer und für den Himmel zu erretten. Wenn ein so reifer Mann wie der Apostel Paulus am Ende von dreißig Jahren unermüdlichen christlichen Dienstes sagen muss, dass er es noch nicht ergriffen habe, sondern sich immer noch abmühen musste, um Gottes Plan für sein Leben zu erfüllen, welch ein überwältigend großer Plan muss das sein!

Paulus geht in diesem Abschnitt noch weiter. Für ihn ist alles, was die Welt für wertvoll hält, wertloser Müll im Vergleich zu diesem höchsten Ziel, Gottes Plan zu erfüllen. Diesen Siegespreis hält er für wert, alles in der Welt dafür aufzugeben (Phil 3,14). Wenn wir um uns herum Gläubige sehen, die weltlichen Besitz begehren und materiellen Dingen einen größeren Platz in ihrem Leben einräumen als den Dingen Gottes, müssen wir zu dem Schluss kommen, dass ihr Christsein sehr weit entfernt ist von dem Christsein des Paulus.

Es ist ein Zeichen geistlicher Unreife, die Erlösung wie eine Versicherung zu betrachten, mit der man den Höllenflammen entgeht. Wenn wir geistlich reifen, erkennen wir, dass Gott uns erlöst hat, damit wir jeden Tag auf dem Pfad wandeln, den er seit aller Ewigkeit für uns vorgesehen hat (Eph 2,10). Dieser Pfad war es, was Paulus Gottes Plan für sein Leben nannte. Wenn wir damit zufrieden sind, dass wir seine Gnade empfangen haben, aber nicht entschlossen sind, seinen Willen in unserem Leben zu erfüllen, dann werden wir, egal wie evangelistisch wir sein mögen, durchs Leben gehen, ohne irgendetwas von bleibendem Wert für Gott zu vollbringen. Natürlich ist es das erste Ziel des Teufels, die Menschen auf die eine oder andere Weise blind zu machen für die Gnade Gottes in Christus Jesus und so zu verhindern, dass sie gerettet werden (2Kor 4,4). Aber wenn er damit keinen Erfolg hatte, ist sein nächstes Ziel, den jungen Gläubigen blind zu machen für die Tatsache, dass Gott einen ganz bestimmten Plan für ihn hat. Hiermit hat er weitgehend Erfolg gehabt. Es gibt Tausende von echten Gläubigen, die niemals mit einiger Ernsthaftigkeit den Willen Gottes suchen, selbst bei größeren Entscheidungen in ihrem Leben.

Das christliche Leben wird in diesem Abschnitt im Philipperbrief als ein Leben beschrieben, in dem wir beständig voranjagen sollen. Kein Maß an geistlicher Reife, das wir hier auf Erden erreichen können, wird uns je von dieser Notwendigkeit des ständigen Voranjagens entbinden. Viele Gläubige haben diese Lektion nicht gelernt haben, und deshalb haben sie kein lebendiges Zeugnis. Ihr einziges Zeugnis bezieht sich auf ein Erlebnis in ferner Vergangenheit, als sie eines gesegneten Tages vielleicht bei irgendeiner evangelistischen Veranstaltung ihre Hand erhoben oder eine Entscheidungskarte unterschrieben haben. Das war ganz wunderbar, aber seitdem ist nichts passiert! Das Bild eines verwilderten Gartens in Sprüche 24,30-34 beschreibt den Zustand eines Menschen, der nach seiner Erlösung sich ausruht und faul wird. Ein Garten erfordert beständige Pflege und Jäten, wenn er vor Unkraut und Disteln geschützt sein soll, und ebenso ist es mit der menschlichen Seele. Gottes Plan zu verstehen und danach jagen, ihn zu ergreifen ist keine Wahloption für die geistliche Elite. Es sollte das Leben jedes echten Kindes Gottes kennzeichnen.

   
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