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Wort zur Woche
Dezember 2014 (4)
Mach es zu deinem Ziel, Gott zu gefallen - Zac Poonen
(Make It Your Ambition to Please God)

Gottes Wohlgefallen lag auf Jesus, als er dreißig Jahre alt war, und zwar aus nur einem Grund: Jesus hatte in all diesen Jahren der Versuchung treu widerstanden. Er hatte ein Leben gelebt, in dem nicht er selbst, sondern der Vater das Zentrum war. Er tat niemals, was ihm selbst gefiel (Röm 15,3). Bei seiner Taufe bezeugte der Vater: „Das ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Nicht etwa: „Das ist mein lieber Sohn, den ich gesegnet habe.“ Das letztgenannte Zeugnis hätte nichts bedeutet. Es war das Erstere, welches Gottes Anerkennung ausdrückte und das für Jesus alles bedeutete. Jesus nachzufolgen bedeutet, dass wir nach demselben Zeugnis trachten.

Als Kinder Adams wurden wir alle selbstzentriert geboren. Wir wachsen auf und erwarten, dass sich alles um uns dreht und uns dienstbar ist. Wenn wir uns bekehren, erwarten wir, dass auch Gott uns dient und uns in allerlei Weise segnet. Anfangs kommen wir zu ihm, um den Segen seiner Vergebung zu erlangen, und dann suchen wir den Segen der Heilung, der Gebetserhörung, des materiellen Wohlstands, eine Arbeitsstelle, eine Wohnung, einen Ehepartner usw. Aber es ist möglich, dass unser Leben immer noch selbstzentriert ist, selbst wenn wir in unseren und in den Augen der anderen „tief religiös“ sind. Gott wird einfach zu einer weiteren Person in unserer „Umlaufbahn“, und wir trachten danach, was wir von ihm erlangen können. Der verlorene Sohn kam nach Hause zurück, weil er Nahrung von seinem Vater haben wollte, und doch nahm ihn der Vater auf. Gott nimmt uns an, selbst wenn unsere Motive zutiefst selbstsüchtig sind. Er liebt uns so sehr, dass er sich danach sehnt, uns anzunehmen, selbst wenn wir aus offensichtlich selbstsüchtigen Motiven zu ihm kommen. Seine Hoffnung ist es aber, dass wir schnell reif werden und erkennen, was wahre Geistlichkeit ist: Seiner Natur teilhaftig zu werden, also zu geben statt zu empfangen. Bei der großen Mehrheit seiner Kinder kann Gott allerdings dieses Ziel niemals verwirklichen. Sie leben und sterben in ihrer Selbstzentriertheit und denken nur an sich und an materielle und körperliche Segnungen.

Reif zu sein bedeutet, dass unser Denken erneuert wird, so dass es sich nicht mehr darum dreht, was wir von Gott empfangen können, sondern vielmehr darum, was Gott in unserem einen irdischen Leben von uns bekommen kann. Diese Erneuerung des Denkens bringt Veränderung (Röm 12,2). Dadurch qualifizieren sich die 144.000 (in Offb 14), mit dem Lamm auf dem Berg Zion zu stehen. Wahre Geistlichkeit bedeutet nicht nur Sieg über Zorn, Reizbarkeit, lüsterne Gedanken, Geldliebe usw. Es bedeutet, nicht mehr für sich selbst zu leben. Nicht mehr das Unsere zu suchen – unseren Gewinn, unsere Bequemlichkeit, unseren eigenen Willen, unser gutes Recht, unsere Ehre und auch nicht unsere eigene „Geistlichkeit“.

Als die Jünger Jesus baten, sie beten zu lehren, lehrte er sie ein Gebet, in dem die Worte „ich, mir, mich, meiner“ nicht vorkommen (Lk 11,1-4). Er lehrte uns damit, zuerst um den Namen, das Reich und den Willen des Vaters besorgt zu sein, danach ebenso sehr um unsere Glaubensgeschwister (ihr materielles und geistliches Wohlergehen) wie um uns selbst („wir, uns, unser“ statt „mir, mich, meiner“). Es ist leicht, dieses Gebet auswendig zu lernen und es wie ein Papagei immer wieder nachzuplappern. Aber diese Lektion mit unserem Herzen zu lernen, erfordert, dass wir wirklich alles aufgeben und Gott in das Zentrum unseres Herzens stellen. Wenn wir ehrlich mit uns selbst sind, ist das Gesetz, das wir meistens in unseren Gliedern finden (Röm 7,22), das Gesetz der Selbstsucht, die Lust daran, unser Leben lang nach unserer eigenen Bequemlichkeit und nach unserem Recht zu trachten.

Jesus lehrte uns, zuerst nach dem Reich Gottes zu trachten – also das „Ich“ vom Thron zu stoßen und Gott und seine Interessen in das Zentrum unseres Lebens zu stellen. Jesus gab den Komfort des Himmels auf, um auf Erden den Willen seines Vaters zu tun. Paulus gab den Komfort auf, ein christlicher Geschäftsmann zu sein, der in Tarsus im Luxus lebt, um ein Apostel zu sein, der Mühsal für den Herrn erduldet. Jeder einzelne der Apostel lebte ein solches aufopferndes, gottzentriertes Leben. Sie gaben alles auf, was sie hatten, um das Reich Gottes auf Erden voranzubringen, ganz anders als viele der heutigen „Touristenprediger“.

Heiligkeit, bei der wir immer noch unseren Komfort und unsere Bequemlichkeit suchen, ist eine falsche Heiligkeit – selbst wenn wir Zorn und unreine Gedanken besiegt haben. Viele haben das nicht erkannt, und so konnte Satan sie verführen. Viele Christen reisen in die verschiedensten Länder und suchen Bequemlichkeit, Komfort und Wohlstand. Gottes Segen kann noch in ihrem Leben sein, aber nicht Gottes Wohlgefallen – denn niemand kann Gott und dem Mammon (Wohlstand, Vergnügen, Komfort usw.) dienen. Wenn wir glauben, dass Gottes Segen auf uns und unseren Kindern ein Zeichen dafür ist, dass Gott auch mit uns zufrieden ist, dann hat Satan uns wirklich verführt. Gottes Segen und Gottes Wohlgefallen sind zwei völlig verschiedene Dinge. Am Ende unseres irdischen Lebens sollte unser Zeugnis das des Henoch sein, bevor er die Erde verließ: „Er gefiel Gott“ (Hebr 11,5). Nur drei Worte – und doch kann niemand ein kraftvolleres Zeugnis für sein irdisches Leben haben. Das ist das Zeugnis, das Jesus und Paulus hatten. Bloß ein Zeugnis „Er war von Gott gesegnet“ zu erhalten, ist nichts wert. Gott hält nach Menschen Ausschau, die nach seinem Wohlgefallen und nicht bloß nach seinem Segen trachten.

   
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