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Wort zur Woche
Oktober 2014 (3)
Drei Gründe, in Sünde zu fallen - Zac Poonen
(Three Reasons for Falling Into Sin)

Einer der Gründe, warum Menschen immer wieder in Sünde fallen, ist der, dass sie nicht verstanden haben, dass ihr Fleisch, ihre menschliche Persönlichkeit und das menschliche Wesen, das sie sind, ihre menschliche Kraft, völlig unfähig sind, den Willen Gottes zu tun. Wir können aus unserer eigenen Kraft heraus nie und nimmer die Sünde überwinden. Wie viel Entschlossenheit und Selbstdisziplin du auch aufbringen magst, du kannst tun, was du willst, aber du kannst die Sünde damit nicht überwinden, denn die Sünde ist so tief verwurzelt in unserer Natur. Es ist, als wollte man ein Schwein dazu dressieren, reinlich zu werden. Welche Erfolgsaussichten hätte das? Durch Schläge und Fressen und Belohnungen kannst du vielleicht das Schwein dazu bringen, für kurze Zeit sauber zu bleiben, aber lass es nur für einige Zeit allein und es wird wieder in seine alte Natur zurückfallen; so ist es nun einmal. Dieses Überwinden durch eigene Leistung ist durchaus kein Sieg. Es ist nur persönliche Selbstdisziplin, zwar keine schlechte Sache, aber nicht das, was Gott uns anbietet. Wir müssen die Schwäche unseres Fleisches erkennen, unsere eigene Schwäche. Und wenn du diese Schwäche erkennst, wirst du zwei Dinge tun: Erstens wirst du vor der Versuchung davonlaufen, du wirst dich nicht der Gefahr aussetzen. Was für Menschen setzen sich der Versuchung aus? Solche, die ihre eigene Schwäche nicht spüren. Wer seine eigene Schwäche erkennt, wird wegrennen. Und das ist, was die Bibel uns sagt zu tun: Fliehe die jugendlichen Lüste; fliehe die Unmoral. Die Bibel sagt in 2 Timotheus 2, dass Paulus selbst einen gottesfürchtigen Mann wie Timotheus ermahnte, die Geldliebe zu fliehen, den Götzendienst und die Unmoral. Wir lesen alle diese Ermahnungen in 1Timotheus 6, 1Korinther 6, 1Korinther 10 und 2Timotheus 2. Fliehen, fliehen, fliehen, fliehen, wegrennen ... warum rennen wir davon? Weil wir erkennen, dass wir schwach sind. Und wir können viele Sünden überwinden, wenn wir nur dieser Ermahnung folgen, wegzurennen. Das Zweite, das ein Mensch tun wird, der die Schwäche seines Fleisches erkannt hat: Er wird ernsthaft zu Gott um Hilfe beten. Versteht ihr, Gebet ist ein Zeichen der Schwäche. Wann beten Menschen gewöhnlich, selbst weltliche Menschen? Wenn sie in echten Schwierigkeiten stecken, wenn niemand sonst ihnen helfen kann. Und eines der Dinge, die Jesus uns gelehrt hat zu beten, ist: Führe uns nicht in Versuchung. Warum beten wir dieses Gebet? Weil wir überzeugt sind, dass unser Fleisch schwach ist. Man könnte meinen, dass jemand wie Timotheus, der so weit fortgeschritten war im christlichen Leben, nicht in der Gefahr jugendlicher Lüste war, aber selbst er musste fortrennen. Wenn wir nun unsere Schwäche erkennen, werden wir nicht nur von der Versuchung davonrennen wollen, sondern wir werden außerdem beten: „Herr, bitte hilf mir. Gib mir Kraft, um diese Schwäche zu überwinden.“ Wir müssen den Ernst der Sünde erkennen, und ebenso müssen wir die Schwäche unseres Fleisches erkennen.

Eine der herrlichen Wahrheiten der Bibel lesen wir in Hebräer 4,15, nämlich dass Jesus Christus in allem versucht worden ist wie wir. Er lebte nicht auf der Erde, ohne versucht worden zu sein. In Matthäus 4 wird uns eine sehr klare Beschreibung davon gegeben, wie er in mindestens drei Bereichen versucht wurde. Aber in Hebräer 4,15 wird uns gesagt, dass er in allen Bereichen versucht wurde wie wir, aber er sündigte nie. Wie kam es, dass er nie sündigte? War es automatisch, dass er gar nicht sündigen konnte? Nun, wir wollen hier nicht das Wesen Jesu erforschen. Es gibt viel in seinem inneren Wesen, das wir nicht verstehen können, und vieles in unserem eigenen inneren Wesen können wir nicht verstehen. Psychologen geben sich so viel Mühe und sie wissen immer noch nicht alles über den menschlichen Charakter. Es ist unmöglich, abzuschätzen, was in Jesus vorging, und wir wollen es gar nicht erst versuchen. Aber eines wissen wir: Jesus betete. Warum musste er beten? Ihr wisst: Je stärker wir uns selbst fühlen, desto weniger beten wir. Je tüchtiger wir meinen zu sein, desto weniger beten wir. Wer seine hilflose Abhängigkeit vom Vater für alles erkennt – für Weistheit, für Kraft, für Führung – das ist ein Mensch, der betet. Wer denkt: „Ach, ich kann allein damit fertig werden, ich brauche Gottes Hilfe nicht. Ich kann unterscheiden, ich kann abschätzen, was wichtig ist und Entscheidungen treffen“, ein solcher Mensch betet nicht. Aber Jesus betete. Er betete die ganze Nacht, bevor er seine zwölf Apostel auswählte. Er wollte keinen Fehler machen. Diese Dinge deuten an, dass Jesus durch Gebet von seinem Vater Kraft empfing. Und wir empfangen sie nicht, weil wir nicht so viel beten, oder weil wir nicht so ernsthaft beten. In Hebräer 5 wird uns gesagt, dass Jesus mit lautem Schreien und mit Tränen betete. Kannst du dir das bildlich vorstellen? Wie Jesus Christus, der vollkommene Mensch, der auf dieser Erde wandelte, mit lautem Schreien und mit Tränen betete? Wann hast du zum letzten Mal mit lautem Schreien und Tränen gebetet? Warum der Unterschied? Meinst du nicht, du und ich brauchen Gebet viel mehr als Jesus es brauchte? Er hat seit aller Ewigkeit in der Gegenwart des Vaters gelebt. Er hatte nicht eine sündige Natur wie du und ich sie haben. Und doch betete er. Wie viel mehr müssen wir beten!

Versteht, dass wahre Demut ist, die Schwäche unseres Fleisches zu erkennen. Wir alle sind schwach, aber nicht alle von uns sind uns in gleicher Weise unserer Schwäche bewusst. Wer sich seiner Schwäche bewusst ist, wird vor der Gefahr davonlaufen, wo er sie sieht, und er wird um Hilfe rufen. Dies ist also der dritte Grund, warum viele Menschen fallen: Sie rennen nicht vor der Versuchung davon. Sie setzen sich töricht der Versuchung aus und sie schreien nicht um Hilfe.

Ich möchte euch noch einen Grund nennen, warum viele Menschen in Sünde fallen. In 1Petrus 4,1-2 heißt es, dass wir uns wappnen sollen mit einer Gesinnung des Leidens im Fleisch, wie Jesus im Fleisch gelitten hat; denn wenn wir im Fleisch gelitten haben, hören wir auf mit der Sünde, so steht dort. Dieser Vers ist nun nicht leicht zu verstehen. Es geht nicht um körperliches Leiden, denn Menschen, die körperlich leiden, hören nicht mit der Sünde auf. Wir wissen das, denn sonst wären die Krankenhäuser voll von Menschen, die mit der Sünde aufgehört haben. Offensichtlich geht es also nicht um körperliches Leiden. Was heißt das: Weil nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet euch auch mit demselben Sinn. – 1 Petrus 4,1-2: „Denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat aufgehört mit der Sünde, dass er (...) dem Willen Gottes lebe“. Es bezieht sich auf eine Gesinnung, in der wir lieber in Selbstverleugnung leiden würden, als dass wir auch nur die geringste Freude an auch nur einem einzigen sündigen Gedanken hätten. Wenn wir versucht werden, haben wir alle die Wahl, entweder der Versuchung nachzugeben und eine gewisse Freude daraus zu gewinnen, oder zu widerstehen und die Versuchung zurückzuweisen, und das verursacht ein gewisses Leiden. Um dieses Leiden geht es in dem obigen Vers. Und er sagt: Bevor du versucht wirst, musst du für den Konflikt gewappnet sein. Mit anderen Worten: Du musst mit der Gesinnung gewappnet sein, die sagt: „Lieber leide ich, als dass ich auch nur einen Moment lang Freude an Sünde genieße.“ Über Jesus heißt es, dass er gehorsam „bis zum Tode“ war, was bedeutet, dass es die Gesinnung Jesu war, lieber zu sterben, als zu sündigen. Das ist eine sehr radikale Haltung: Lieber sterbe ich, als dass ich meinem Vater in der kleinsten Angelegenheit ungehorsam wäre. Das ist die Bedeutung von Philipper 2,8: Er ward gehorsam bis zum Tod. Er ruft uns, in seinen Fußstapfen zu wandeln, und bereit zu sein, lieber zu sterben als Gott zu missfallen.

Ein weiterer Grund, warum viele Christen nicht geistlich wachsen und fallen, liegt darin, dass sie nicht nach Vollkommenheit streben. Sie sind zufrieden mit dem Fortschritt, den sie bereits gemacht haben. Und wenn du damit zufrieden bist, dass du es in die zweite Klasse geschafft hast, wirst du es nie in die dritte Klasse schaffen. Das ist sicher, denn du denkst, dass du schließlich besser bist als all die in der ersten Klasse oder im Kindergarten. Aber wenn du entschlossen bist, voranzukommen, wirst du sagen: Also gut, ich habe schon etwas überwunden, aber ich möchte noch mehr. Ich jage nach dem Ziel. Paulus sagt in Philipper 3,13-14: „Ich jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus“. Das ist das Ziel, vollkommen wie Jesus zu werden, in jedem Teil unserer Persönlichkeit. Was war das Ergebnis davon, dass Paulus diese Haltung hatte? Es bewahrte ihn nicht nur davor, im christlichen Leben zu stagnieren, es hielt ihn außerdem davon ab zu sündigen. Paulus sagte Timotheus nicht nur, die Versuchung zu fliehen, sondern nach Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Liebe und Sanftmut zu streben.

Jedes Mal, wenn wir in unserem christlichen Leben zufrieden sind mit unseren Fortschritten, ist es eine Zeit der Gefahr. Zu solchen Zeiten werden wir in Sünde fallen. Und zu solchen Zeiten müssen wir uns fragen: Mache ich Fortschritte? Sehne ich mich danach, in jedem Bereich wie Jesus zu werden? Schreie ich zu Gott und sage ihm: „Herr, ich glaube“? Fang heute an, mein Freund, zu trauern, jedesmal wenn du etwas in deinem Leben erkennst, das nicht christusähnlich ist. Schreie zu Gott um Hilfe, und siehe, ob sich dein Leben nicht von diesem Tag an verändert.

   
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