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Wort zur Woche
Oktober 2014 (1)
Das Opferprinzip - Zac Poonen
(The Principle of Sacrifice)

In 2. Chronik 3,1 lesen wir: „Salomo fing an das Haus des Herrn zu bauen in Jerusalem auf dem Berge Morija“. Der Berg Morija war der Ort, wo Abraham seinen Sohn Isaak Gott geopfert hatte (1Mo 22). Dort, auf diesem Berg, verstand Abraham, dass Gottes Weg der Weg des Opfers ist und fügte sich ihm. Gott heiligte diesen Ort und bestimmte, dass 1000 Jahre später genau dort sein Haus gebaut werden sollte. Und hier baut Gott sein Haus (die Gemeinde) auch heute noch – überall, wo er Menschen findet, die den Geist und den Glauben des Abraham haben. Auf dem Berg Morija sagte Abraham, dass sein Gott und sein Schöpfer ihm wertvoller seien als sein liebster Besitz auf Erden (Isaak). Und um das zu beweisen, war er bereit, Isaak zu opfern. Gott wird alle ehren, die nach diesem Opferprinzip leben. Es sind die Menschen, die in dieser Weise ergriffen wurden, von denen auch heute das wahre Haus Gottes gebaut werden wird.

Nicht nur das ist wahr, dass Jesus auf Golgatha für die Sünden der Welt starb. Hier demonstrierte Jesus das Prinzip des Opfers, nach dem Gott sein ganzes Werk tut. Niemand kann dem Herrn in irgendeiner anderen Weise dienen.

„Christus hat die Gemeinde geliebt und hat sich selbst für sie dahingegeben“ (Eph 5,25). Um die Gemeinde zu bauen, müssen wir die Gemeinde in derselben Weise lieben. Es reicht nicht, unser Geld und unsere Zeit zu geben. Wir müssen UNS SELBST geben – unser Ich, unser selbstzentriertes Leben.

Als Gott den Menschen seine Liebe beschreiben wollte, konnte er sie nur mit einem irdischen Beispiel vergleichen – der Liebe einer Mutter zu ihrem neugeborenen Kind (siehe Jesaja 49,15). Wenn du eine Mutter beobachtest, wirst du feststellen, dass die Liebe zu ihrem Baby vom Geist des Opfers erfüllt ist. Vom frühen Morgen bis spät in die Nacht und die ganze Nacht hindurch, opfert sie und opfert sie sich auf für ihr Baby. Und sie bekommt nichts dafür zurück. Sie erleidet freudig Jahr um Jahr Schmerz und Unbequemlichkeit für ihr Kind. So liebt Gott uns auch. Und das ist die Natur, die er an uns weitergeben möchte.

Aber es ist unmöglich, irgendwo auf der Welt eine Gemeinschaft zu finden, von der man ehrlich sagen kann, dass alle sich so lieben. Die meisten Gläubigen wissen lediglich, wie sie die lieben, die mit ihnen einer Meinung sind und zu ihrer Gruppe gehören. Ihre Liebe ist menschlich und weit entfernt von der aufopferungsvollen Liebe einer Mutter! Und doch ist göttliche Liebe das Ziel, nach dem wir streben sollen. Wenn wir also die obigen Verse singen, sollten wir ehrlich zugeben, dass unsere Liebe noch nicht so ist, aber auch unsere Hoffnung und unser Verlangen danach bekennen, dass unsere Liebe eines Tages so werden wird.

Einer Mutter ist es egal, ob andere in ihrer Umgebung irgendetwas für ihr Kind opfern oder nicht. Sie opfert freudig alles selbst. In gleicher Weise wird jemand, der die Gemeinde als sein eigenes Baby ansieht, sich nicht davon stören lassen, ob andere für die Gemeinde Opfer bringen oder nicht. Er wird selbst freudig Opfer bringen und er wird KEINE Beschwerden oder Forderungen gegen irgendjemanden haben. Wer sich beschwert, dass andere für die Gemeinde keine Opfer bringen, ist nicht eine Mutter, sondern ein bezahltes Kindermädchen. Solche Kindermädchen haben festgelegte Arbeitszeiten und beschweren sich, wenn die Kollegin für die nächste 8-Stunden-Schicht nicht pünktlich zur Stelle ist.

Aber eine Mutter arbeitet nicht tägliche 8-Stunden-Schichten. Sie arbeitet jeden Tag 24 Stunden, Jahr für Jahr, und sie wird noch nicht einmal dafür bezahlt. Selbst wenn ihr Kind schon zwanzig Jahre alt ist, hört die Arbeit einer Mutter doch noch nicht auf!

Nur Mütter können jeden Tag Milch für ihr Baby haben. Kindermädchen können keine Milch für die Babys hervorbringen, um die sie sich kümmern. In gleicher Weise werden Menschen, die in der Gemeinde wie Mütter sind, immer ein Wort für ihre geistlichen Kinder haben – in jeder Versammlung. Viele Älteste haben kein Wort für die Gemeinde, weil sie Kindermädchen sind, nicht Mütter.

Eine Mutter erwartet keine Bezahlung von ihren Kindern. Kein Kind bezahlt jemals seine Mutter für ihre Dienste. Wenn du ausrechnen wolltest, welchen Lohn eine Mutter erhalten sollte, so wären das bei einem Stundenlohn von 20 Rupien (wie für ein Kindermädchen) mehr als drei Millionen Rupien, bis das Kind 20 Jahre alt ist! Welches Kind könnte je eine solche Summe seiner Mutter wiedererstatten?

Die Frage, die sich uns stellt, ist nun: Wer ist bereit, so für den Herrn und für seine Gemeinde zu arbeiten – ohne Bezahlung, nur gebend, Tag für Tag, Jahr für Jahr, bis Jesus kommt? Wenn Gott irgendwo auch nur einen Menschen mit diesem Geist finden kann, wird er ihn benutzen, um die Gemeinde zu bauen, viel mehr als er 10.000 halbherzige Gläubige gebrauchen kann, die versuchen ihm ohne den Geist des Opfers zu dienen.

Wenn Jesus auf die Erde zurückkehrt und du vor ihm stehst, wirst du Reue empfinden darüber, wie du gelebt hast, oder wirst du auf ein Leben zurückblicken können, das für das Reich Gottes nützlich war? Viele treiben dahin und verschwenden ihr irdisches Leben. Wach auf, bevor es zu spät ist, und bitte Gott dir zu zeigen, dass sein Weg der Weg des Opfers ist.

Wer Ohren hat zu hören, der höre.

   
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