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Wort zur Woche
September 2014 (2)
Vier wichtige Unterschiede, die wir kennen müssen - Zac Poonen
(Four Important Distinctions We Need to know)

1. Versuchung und Sünde: Es besteht ein Unterschied zwischen Versuchung und Sünde. Die Bibel sagt: „Ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde ...“ (Jak 1,14-15). Die Sünde kann nicht in unserem Herzen geboren werden, wenn wir die Begierde in unserem Fleisch nicht empfangen lassen. Wenn eine Begierde unseren Verstand reizt, sind wir versucht. Wenn unser Verstand dieser Versuchung nachgibt, findet das Empfangen statt und die Sünde ist geboren. Versucht zu sein macht uns nicht schlecht. Selbst Jesus wurde versucht. Aber er sündigte auch nicht ein einziges Mal und deshalb war er vollkommen rein.

Die Bibel sagt, dass Jesus „in allem seinen Brüdern gleich“ wurde und „versucht worden ist IN ALLEM wie wir“ (Heb 2,17; 4,15). Er wurde genau wie wir versucht, doch hat er nie gesündigt. Das mag manchen unter uns nicht wie etwas besonders Bemerkenswertes vorkommen, weil wir denken, dass Jesus, der ja Gott ist, natürlich leicht der Sünde widerstehen konnte. Aber vergiss nicht, er „entäußerte sich selbst“ seines Vorrechts, Gott gleich zu sein, als er auf die Erde kam (Phil 2,6-7). Obwohl er Gott war, hatte er, solange er als Mensch auf Erden lebte, nur Zugang zu derselben Kraft des Heiligen Geistes, die er uns heute anbietet. Darum werden wir aufgefordert, „in der Kampfbahn zu laufen“, indem wir „aufsehen zu Jesus“. In unserem „Kampf gegen die Sünde“ können wir heute auf sein Beispiel schauen und uns ermutigen lassen (Hebr 12,2-4). Denn als Mensch überwand er auch jede Versuchung, der wir ausgesetzt sind. So wurde er zu unserem Vorläufer und zu einem Beispiel, dem wir folgen können (Hebr 6,20). Das ist das „Geheimnis des Glaubens: Christus offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist“ (1Tim 3,16). Obwohl er Fleisch wie wir war, hielt er seinen Geist sein ganzes Leben lang rein. Das ist es, was uns Hoffnung gibt, dass auch wir überwinden können wie er überwand. Denn er hat uns „einen neuen und lebendigen Weg durch das Opfer seines Leibes aufgetan“, auf dem wir ihm folgen können (Heb 10,20).

2. Der alte und der neue Mensch: Der alte Mensch wurde gekreuzigt, weggetan und begraben. Ein neuer Mensch ist jetzt in uns, der sagt: „Siehe, ich komme, dass ich tue, Gott, deinen Willen“ (Hebr 10,7).

Es ist möglich, dass ein Jünger Jesu sündigt. Aber es besteht ein Unterschied zwischen einem Jünger, der sündigt und einem Ungläubigen, der sündigt, so wie ein Unterschied besteht zwischen einer Katze, die ins schmutzige Wasser fällt und einem Schwein, das sich absichtlich ins schmutzige Wasser wirft! Die Katze hasst das schmutzige Wasser, aber fällt vielleicht zufällig hinein. Das Schwein dagegen liebt es. Es ist eine Frage der Natur. Ein Jünger Jesu hat eine neue Natur, die Reinheit liebt und die Sünde hasst.

Der alte Mensch will sündigen. Der neue Mensch will niemals sündigen. Aber wenn der neue Mensch nicht stark genug ist, kann er vielleicht die Tür seines Herzens nicht verschlossen halten gegen die Begierden des Fleisches. Das geschieht nicht, weil er diese Begierden will. Nein. Sondern weil er nicht stark genug ist, ihnen zu widerstehen, vielleicht, weil er sich nicht genügend am Wort Gottes gesättigt hat, oder weil er sich nicht durch Gebet gestärkt hat.

Es ist also ein Unterschied, ob man Sünde begeht oder in Sünde fällt. Es ist wichtig, diesen Unterschied zu kennen; denn so können wir viele unnötige Schuldgefühle in unserem Herzen vermeiden. Die Bibel sagt: „Wer Sünde tut (d. h. wer vorsätzlich immer wieder Sünde begeht), ist vom Teufel ...“ (1Joh 3,8). Andererseits schreibt er den Gläubigen: „Wenn jemand sündigt (d. h. wenn jemand unbeabsichtigt in Sünde fällt), so haben wir einen Fürsprecher beim Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und er ist die Versöhnung für unsere Sünden ...“ (1Joh 2,1-2).

3. Bewusste und unbewusste Sünde: Es ist außerdem ein Unterschied, ob man in Sünde fällt oder ob man Sünde hat. Sünde zu haben bedeutet, unbewusste Sünde in unserem Charakter zu haben – Sünde, derer wir uns nicht bewusst sind, auch wenn andere, die reifer sind als wir, sie vielleicht in uns erkennen können. Aber solche unbewusste Sünde muss uns niemals Schuldgefühle machen. Denn Gottes Wort sagt: „Wo kein Gesetz ist, da wird die Sünde nicht angerechnet“ (Röm 5,13). (Das bedeutet auch, dass Gott uns Sünde nicht anrechnet, wenn sie uns nicht bewusst ist.)

Bis zum Tag unseres Todes werden wir unbewusste Sünde in uns haben – jedoch in immer geringerem Maße, solange wir im Licht wandeln. Die Bibel sagt: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so betrügen wir uns selbst ...“ (1Joh 1,8). Wenn jemand sagt, er hätte keine Sünde, behauptet er damit, dass er schon vollkommen wie Christus geworden ist. Aber Gottes Wort sagt, dass wir erst dann „ihm gleich sein werden“, wenn er wiederkehrt – vorher nicht (1Joh 3,2). Wer also behauptet, völlig geheiligt und vollkommen zu sein, betrügt sich selbst. Unbewusste Sünde muss allerdings bereinigt werden, und „das Blut Jesu macht uns rein von aller (auch unbewussten) Sünde“, wenn wir im Licht Gottes wandeln (1Joh 1,7). Also können wir jetzt voll Zuversicht und furchtlos in der Gegenwart des unendlich heiligen Gottes stehen. So groß ist die Kraft des Blutes Christi, uns gerecht zu machen. Halleluja!

Barmherzigkeit und Gnade: Wir werden aufgefordert, voll Zuversicht hinzutreten „zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben“ (Hebr 4,16). Barmherzigkeit und Gnade sind nicht dasselbe. Barmherzigkeit bezieht sich auf das Vergeben unserer Sünden und auf unsere Vergangenheit. Aber wir brauchen auch Gnade – für die Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben, in der Zukunft. Die Zeit, in der wir Hilfe nötig haben, ist dann, wenn wir versucht werden, wenn wir zu fallen drohen – so wie Petrus, als er im See Genezareth zu versinken drohte (Mt 14,30). Dann sollten wir um Gnade schreien; und ebenso wie Jesus sofort seine Hand ausstreckte und Petrus hielt, werden wir feststellen, dass auch wir Gnade finden, damit wir stehen und nicht fallen. Es gibt herrliche Verheißungen in Gottes Wort, die uns versichern, dass Gott uns vor dem Fallen bewahrt. Hier sind nur einige:

Vor allem verspricht uns Gott, dass er uns nicht von einer Versuchung versuchen lässt, die zu stark ist, als dass wir sie überwinden könnten: „Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr's ertragen könnt“ (1Kor 10,13). Gottes Wort sagt auch: „Er kann euch vor dem Straucheln behüten und euch untadelig stellen vor das Angesicht seiner Herrlichkeit mit Freuden“ (Jud 24). Bei diesen und vielen weiteren herrlichen Verheißungen, die uns in Gottes Wort gegeben werden, brauchen wir nicht mehr zu sündigen. Unser Leben kann fortan gelebt werden, allein um den Willen Gottes zu tun (wie es in 1 Petrus 4,2 heißt).

   
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