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Der Zustand von Gottes Volk hängt von der Qualität ihrer Leiter ab. Die meisten heutigen Leiter in der Christenheit sind nicht stark genug, um Gottes Volk auf dem geraden und schmalen Pfad zu halten, weil die Leiter selber Gott nicht kennen und Kompromisse machen. Sie suchen Menschen zu gefallen und populär wie Aaron zu sein, und daher kann Gott ihre Führerschaft nicht bestätigen. Mose und Josua strebten nie nach Popularität.
„Das Volk diente dem Herrn, solange Josua lebte und die Ältesten, die noch lange nach Josua lebten und alle die großen Werke des Herrn gesehen hatten, die er an Israel getan hatte“ (Ri 2,7). Zu der Zeit, als Josua und seine Mit-Ältesten starben, gab es keine gottesfürchtigen Männer, die zur Verfügung standen, um sie zu ersetzen. Und als „alle, die zu der Zeit gelebt hatten, zu ihren Vätern versammelt waren, kam nach ihnen ein anderes Geschlecht auf, das den Herrn nicht kannte noch die Werke, die er an Israel getan hatte“ (Ri 2,10). Es gab niemanden, der Gott kannte.
Nachdem ich mich viele Jahre in christlichen Gruppen bewegt habe, muss ich sagen, dass ich sehr wenige christliche Leiter getroffen habe, die Gott wirklich kennen und die wie Elia sagen können: „Ich stehe vor dem Herrn, meinem Gott.“ Die meisten Menschen im heutigen christlichen Werk sind berufsmäßige Prediger. Sie studieren die Bibel und erhalten einen akademischen Grad, finden jemanden, der sie unterstützt und gehen dann hinaus, um „Gott zu dienen“. Es mag in ihrem Leben Opfer und sogar Eifer geben. Aber Eifer, Opfer und Wissen nützen nichts, wenn jemand Gott nicht kennt. Die Statistiken ihrer Arbeit mögen beeindruckend sein, aber die Qualität ihrer Bekehrten ist dürftig, weil sie Gott nicht kennen. Sie mögen sagen, dass sie wiedergeborene Gläubige in ihrer Kirche haben. Aber sind diese „Gläubigen“ Jünger Jesu Christi? Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen geistlichen und fleischlichen Christen. Jeder Mann Gottes weiß, dass es besser ist, eine kleine Gemeinde von geistlichen Gläubigen als eine große Gemeinde von fleischlichen Gläubigen zu haben. Das ist so ähnlich wie die Aussage, dass es besser ist, ein paar 1000 Watt-Glühbirnen als 100 Null-Watt-Glühbirnen zu haben.
Wir sollen das Licht der Welt sein. Aber die Intensität unseres Lichts hängt davon ab, wie gut wir Gott kennen. Wenn der Leiter Gott nicht kennt, wird auch das Volk Gott nicht kennen. Du kannst die Bibel studieren und sie deinen Kirchenmitgliedern lehren, und folglich werden sie die Bibel kennen. Aber das wäre so wie wenn man ihnen in einem Klassenzimmer Chemieunterricht gibt. Das wird ihnen nicht helfen, Gott zu kennen. Menschen können Gott nicht kennenlernen, indem sie biblische Information erwerben. Du kannst Gott nur kennen, wenn du durch Prüfungen und Bewährungsproben gehst. Du musst dich in diesen Prüfungen demütigen und in deinem Herzen ein Verlangen nach Gott haben. Auf diese Weise kannst du Gott kennenlernen, nicht indem du in einer Versammlung sitzt. Wir müssen sicherlich die Heilige Schrift kennen, aber wir müssen über die Schrift hinausgehen und Gott kennenlernen. „Aber die vom Volk, die ihren Gott kennen, werden stark sein“ (Dan 11,32). Die Israeliten kannten ihren Gott nicht und daher „taten sie was dem Herrn missfiel und dienten anderen Göttern“ (Ri 2,11). Der Grund dafür war, weil Josua gestorben war und weil es jetzt keinen gottesfürchtigen Leiter mehr gab, um sie zu führen.
Die Geschichte des Christentums in den vergangenen 2000 Jahren ist voller Beispiele von Männern und Frauen, die Gott erweckte, um eine Kirche oder eine Bewegung zu beginnen, die zu ihren Lebzeiten eine Erweckung hervorbrachte. Aber nachdem sie starben, erlebte ihre Kirche (oder Bewegung) einen Niedergang, genauso wie die Kirchen und Bewegungen vor ihnen. Die neue Generation behielt dieselbe Doktrin und dieselbe Theorie der Heiligung wie ihr Gründer bei, aber sie waren nicht so heilig wie ihr Gründer. Viele von ihnen behaupten, dieselbe „Taufe im Heiligen Geist“ zu haben, die ihr Gründer hatte. Aber ihr Leben und ihr Werk haben nicht dieselbe Salbung. Dann muss Gott einen anderen Mann erwecken und etwas ganz Neues beginnen.
Gott hat Sein größtes Werk in der Kirche stets durch einzelne Männer getan, die Er in verschiedenen Generationen in unterschiedlichen Ländern erweckt hat. Um einen solchen Mann herum sammelt Gott einige Leute, die nicht so sehr um Größe als vielmehr um Qualität besorgt sind – um ein reines Zeugnis für Gott in ihrer Generation. Ich glaube, dass die Kirche viele solche Männer und Frauen benötigt.
Deutsche Übersetzung: Alois Mair
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