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Wort zur Woche
Februar 2012 (2)
Die Gaben des Heiligen Geistes - Zac Poonen
(The Gifts of the Holy Spirit)

Geistliche Gaben sind für den Aufbau des Leibes Christi unbedingt notwendig. Im Neuen Testament gibt es drei Aufzählungen von geistlichen Gaben (1Kor 12,8-10; Röm 12,6-8 und Eph 4,11).

In 1. Korinther 12,12-26 wird die Ausübung der geistlichen Gaben mit der Funktion der Glieder unseres physischen Körpers verglichen. Ein Mensch kann Leben haben und dennoch blind, taub, stumm und gelähmt sein. Viele Kirchen sind so. Ihre Mitglieder sind wiedergeboren. Aber sie haben keine Gaben des Heiligen Geistes, mit denen sie dem Herrn dienen – und daher sind sie kraftlos.

Die Gaben des Geistes sind es, die den Leib Christi befähigen, zu sehen, zu hören, zu sprechen und zu gehen. Frömmigkeit [Gottesfurcht] ist das Leben des Leibes Christi. Aber was kann Christi Leib ohne geistliche Gaben für andere tun? Was wäre Jesus selbst gewesen, wenn Er keine geistlichen Gaben gehabt hätte? Er hätte dennoch Sünde überwunden und ein heiliges Leben geführt. Aber ohne die Salbung des Heiligen Geistes wäre Er nicht in der Lage gewesen, so zu predigen, wie Er gepredigt hat, die Kranken zu heilen, Dämonen auszutreiben oder irgendein Wunder zu tun.

Jesu Salbung mit dem Heiligen Geist im Alter von 30 Jahren machte Ihn nicht heiliger als Er früher war. Sein 31. Lebensjahr war nicht heiliger als Sein 29. Lebensjahr. Aber durch die Salbung des Geistes erhielt Er Kraft, anderen zu dienen. Wäre Jesus nur herumgegangen und hätte den Menschen Sein heiliges Leben gezeigt, hätte Er die Ziele Seines Vaters nicht erreicht. Auch die Kirche kann heute Gottes Ziele nicht erreichen, wenn sie gegenüber anderen Menschen bloß heiliges Leben manifestiert. Jesus hatte beides – Heiligkeit und die Gaben. Auch Sein Leib muss heute diese beiden haben.

Die Tragödie im heutigen Christentum besteht darin, dass einige Gruppen die Heiligkeit des Lebens betonen, wohingegen andere die Gaben des Geistes betonen. Aber das ist keine „Entweder-Oder“-Option. Die Bibel sagt: „Lass deine Kleider immer weiß sein (führe allezeit ein heiliges Leben) und lass deinem Haupte Salbe nicht mangeln“ (lebe ständig unter der Salbung des Geistes) (Pred 9,8). Wir brauchen beides.

Die Gaben des Geistes machen niemanden geistlich. Die Christen in Korinth hatten alle Gaben des Geistes (1Kor 1,7). Sie praktizierten in ihren Versammlungen „das Wort der Weisheit“ (eine der Gaben des Geistes). Trotzdem gab es unter ihnen keinen einzigen weisen, geistlich gesinnten Menschen (1Kor 6,5). Ein Wort der Weisheit kann von einer fleischlichen Person kommen. Aber Weisheit an sich findet man nur bei einer geistlich gesinnten Person. Jemand kann in einem Augenblick ein Wort der Weisheit empfangen. Aber Weisheit selbst kann man nur erlangen, wenn man viele Jahre das Kreuz auf sich genommen hat.

Wir können unsere geistliche Gabe nicht selber wählen, weil es Gott ist, der bestimmt, welche Gabe für unseren Dienst im Leib Christi am besten geeignet ist. Uns ist aber aufgetragen, ernsthaft nach jenen Gaben, die die Gemeinde erbauen, zu streben – und besonders nach der Gabe der prophetischen Rede (1Kor 14,1.12).

Deutsche Übersetzung: Alois Mair

   
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