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Wort zur Woche
Juli 2010 (3)
Die Wichtigkeit der Kirche - Zac Poonen
(The Importance of the Church)

In Offenbarung 1,10-11 lesen wir, dass Johannes eine Stimme hörte, die sprach: „Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea.“ Gott gibt uns nicht nur Botschaften für uns selber, sondern auch für andere. Wenn Gott zu uns spricht, ist es eine gute Angewohnheit, das Gehörte niederzuschreiben, so wie es Johannes hier befohlen wurde (Offb 1,11). Er hätte sonst vergessen können, was Gott zu ihm gesagt hatte.

Die Botschaft war in diesem Fall für die sieben Gemeinden in Asien bestimmt. Was damals als Asien bekannt war, ist heute ein kleiner Teil der Türkei. All diese sieben Gemeinden befanden sich innerhalb eines Radius‘ von ca. 120 Kilometern. Aber beachte, dass sie dennoch NICHT kollektiv als „die KIRCHE in Asien“ bezeichnet wurden, obwohl sie so nahe beieinander lagen. Sie wurden „die GEMEINDEN in Asien“ genannt. Das ist ein kleiner, aber nichtsdestoweniger wichtiger Punkt. „Die Kirche [Gemeinde] in Asien“ hätte bedeutet, dass diese Gemeinden zu einer Denomination [Glaubensgemeinschaft] mit einer Kirchenzentrale geworden wären. Aber die Bezeichnung „die Gemeinden in Asien“ deutet darauf hin, dass jede Kirche eine örtliche Gemeinde direkt unter der obersten Leitung des Herrn war.

Die Kirche ist ein Werk Gottes, von Christus erbaut. Aber Denominationen sind das Werk von Menschen. All die Lehren und die Schriften der Apostel machen deutlich, dass es der Wille Gottes für jede Gemeinde ist, direkt unter der obersten Leitung Christi zu sein, und nicht Teil einer Glaubensgemeinschaft. Es gab keinen Bischof oder Superintendenten, der die Aufsicht über diese Gemeinden hatte, an den Johannes diese Briefe zur Verteilung an die Gemeinden hätte senden können. Jeder Brief musste persönlich an den Boten dieser Gemeinde versandt werden – denn jede Gemeinde war eine unabhängige Einheit. Der Herr hatte der Kirche Apostel gegeben. Johannes selbst war einer von ihnen. Aber der Herr hatte keine Bischöfe oder Superintendenten eingesetzt. So etwas wie die „Kirche in Indien“ gibt es nicht. Es gibt Gemeinden [Kirchen] in Indien, und diese werden vom Herrn an verschiedenen Orten gebaut, wobei jede unter Seiner obersten Leitung ist.

Satans Endziel ist es, seine falsche „Weltkirche“, Babylon, zu bauen. Sein erster Schritt auf dieses Ziel hin bestand vor vielen Jahrhunderten darin, Kirchen in Denominationen einzuteilen. Wir sollten uns der Machenschaften Satans bewusst sein.

Die sieben goldenen Leuchter symbolisieren die sieben Gemeinden (Offb 1,20). Unter dem alten Bund hatte der Tempel nur EINEN siebenarmigen Leuchter. Der Grund dafür lag darin, dass die Stämme Israels Zweige einer „Denomination“ waren, mit ihrer Zentrale und ihren Führern in Jerusalem.

Aber unter dem neuen Bund ist es anders. Es gibt sieben verschiedene Leuchter, wobei jeder vom anderen vollständig separat ist. Der Grund dafür war, wie wir vorhin gesehen haben, dass jede Gemeinde unabhängig unter der obersten Leitung Christi war, wenngleich durch das Haupt in Gemeinschaft miteinander verbunden.

Dass die Gemeinde „Leuchter“ genannt wird, weist darauf hin, dass ihre wichtigste Funktion in Gottes Augen darin besteht, Licht zu verbreiten. Dass die Leuchter aus Gold waren, wies auf den göttlichen Ursprung der Kirche hin. Sie wird vom Herrn, nicht von Menschen, gebaut.

Ein Leuchter ist nicht dazu bestimmt, bloß eine Dekoration zu sein. Dasselbe gilt auch für die Kirche! Das Licht, das jede Gemeinde ausstrahlen sollte ist Gottes Wort, das allein in dieser dunklen Welt ein Licht auf unserem Weg ist (Ps 119,105). Wenn so genannte „Kirchen“ anfangen, es als ihre Hauptaufgabe zu betrachten, Schulen und Krankenhäuser zu betreiben und diakonische Arbeit zu verrichten, statt dieses Licht auszustrahlen, können wir sicher sein, dass sie von Gottes Hauptzweck abgewichen sind.

Als Johannes sich umwandte, um zu sehen, wer mit ihm sprach, sah er Jesus (Offb 1,12-13). Aber er sah Ihn inmitten der Gemeinden. Durch die örtliche Gemeinde strebt der Herr danach, sich zu offenbaren und zu anderen zu sprechen.

Die erste Wohnstätte Gottes, die in der Bibel erwähnt wird, ist der brennende Busch, den Mose in der Wüste sah (5Mo 33,16). Wie Johannes auf Patmos, so ging Mose hin, um diese wundersame Erscheinung zu besehen. Das war der Zeitpunkt, als Gott zu ihm sprach (2Mo 3,3).

Heute ist die Kirche Gottes Wohnstätte. Gott wünscht sich, dass jede Gemeinde von Seinem Geist entflammt ist, so wie es der brennende Busch war. Wenn Menschen die örtliche Gemeinde betrachten, sollten sie in der Lage sein, das Leben Christi, das sich durch die Mitglieder dieser Gemeinde offenbart, zu sehen. Dann kann Gott durch die Kirche zu den Menschen sprechen.

Deutsche Übersetzung: Alois Mair

   
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