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In 1. Mose 32,30 lesen wir: „Und Gott segnete Jakob daselbst.“ Das Wort „segnen“ ist wahrscheinlich das am häufigsten benutzte Wort in den Gebeten der Christen. Aber wenige verstehen seine Bedeutung.
Was bedeutet „segnen“? Und was war der Segen, den Jakob empfing? Er wird in 1. Mose 32,29 als „Kraft mit Gott und Kraft mit Menschen“ beschrieben [wörtlich: „Du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen“]. Das ist der Segen, den wir alle brauchen und den wir suchen sollten. Nichts weniger als das möchte Gott seinem Volk geben.
Jesus bezog sich auf diesen Segen, als Er seine Jünger bat, in Jerusalem auf die Verheißung des Vaters zu warten. Er sagte: „Wenn der Heilige Geist über euch kommt, werdet ihr Kraft empfangen“ (Apg 1,8) – Kraft bei Gott und Kraft bei Menschen. Menschen wie Jakob würden durch die Kraft des Geistes in Menschen wie Israel [sein neuer Name] verwandelt werden.
Dies allein kann die Antwort auf die Verworfenheit unseres egozentrischen Lebens geben. Es ist keine Frage von Reformation oder von guten Vorsätzen oder sogar von unserer Entschlossenheit. Es geht darum, dass der Heilige Geist uns vollständig besitzt und unser Leben leitet und regiert.
Aber wohin führt uns der Heilige Geist? Immer zum Kreuz. Nur wenn wir gekreuzigt sind, kann Christus in Seiner Fülle in uns leben. Es geschah bei Jesu Taufe, als Er von den Wassermassen begraben wurde – als Er symbolisch den eigenen Tod akzeptierte –, dass der Heilige Geist auf Ihn kam (Mt 3,16). Es war als Jakob zerbrochen wurde, dass er den Segen empfing. Es war, als Moses Selbstvertrauen während einer Zeitspanne von 40 Jahren des Schafehütens zerbrochen wurde, dass er bereit war, Israel zu befreien. Der Felsen musste geschlagen werden, bevor lebendige Wasser fließen konnten. Die Israeliten mussten durch den Jordanfluss gehen (ein Symbol für Tod und Begräbnis), bevor sie das Land Kanaan betreten konnten (ein Symbol für das Leben in der Fülle des Geistes). Gideons Armee musste die Krüge zerbrechen, bevor das Licht im Innern sichtbar wurde. Das Alabasterfläschchen musste zerbrochen werden, bevor der Duft des Öls das Haus füllen konnte. Petrus‘ prahlerisches Selbstvertrauen musste zertrümmert werden, bevor er bereit für Pfingsten war. Diese Wahrheit zieht sich durch die ganze Heilige Schrift.
Es wäre für Gott gefährlich, einen Menschen, der nicht zerbrochen wurde, mit Vollmacht auszustatten. Es wäre so ähnlich wie wenn man einem sechs Monate altem Baby ein scharfes Messer geben oder 20.000 Volt Strom ohne ordentliche Isolierung anfassen würde. Gott ist vorsichtig. Er gibt die Kraft seines Geistes nicht denjenigen, deren Ego noch nicht zerbrochen ist. Und Er entfernt Seine Kraft von einem Menschen, der aufhört, zerbrochen zu werden.
Jakob wurde nun von Gott selber gesegnet. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte Isaak seine Hände auf Jakob gelegt und ihn gesegnet, als er ihm das Wildbret gebracht hatte (1Mo 27,23). Aber dies hatte in Jakobs Leben keinen Segen gebracht. Der wahre Segen kam in Pnuel [Pniel]. Das ist die Lektion, die auch wir lernen müssen. Kein Mensch kann uns diesen Segen geben. Ein Mensch – sogar ein heiliger Mensch wie Isaak – mag seine leeren Hände auf unsere leeren Köpfe legen und für uns beten. Doch wir mögen nichts empfangen. Nur Gott kann uns wirklich bevollmächtigen. Als Isaak seine Hände auf Jakobs Kopf legte, ging die Sonne über Jakobs Leben lediglich unter. Aber als Gott ihn segnete, ging die Sonne auf! (1Mo 32,32). Die Kraft gehört Gott und Er ist der Einzige, der sie uns jemals geben kann.
Deutsche Übersetzung: Alois Mair
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