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In Offenbarung 2,14-15 wurde der Älteste in Pergamon getadelt, weil er Leuten erlaubt hatte, Doktrinen zu lehren, die die Kirche in Weltlichkeit und in eine laxe Einstellung gegenüber der Sünde geführt hatte. Er selber mag ein guter Mann gewesen sein, aber er erlaubte anderen, die Lehre Bileams zu predigen. Daher war er schuldig.
Der Herr hält die Ältesten dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass in der Gemeinde kein Predigen erlaubt wird, das Leute dazu führt, leichtfertig zu sündigen. Es gibt eine „Lehre, die zur Frömmigkeit“ (zu einem gottesfürchtigen, Christusähnlichen Leben) führt, und das allein ist eine „hygienische Lehre“ [eine Lehre, die dem Glauben gemäß ist] (1Tim 6,3). Jede andere Lehre ist mehr oder weniger unhygienisch. Warum hat dieser Älteste in seiner Gemeinde solche laxe Lehren erlaubt? Vielleicht hat er die Brüder und Schwestern nie in irgendeinem Punkt korrigiert, weil er einen Ruf als ein demütiger und sanftmütiger Bruder haben wollte. Wenn das der Fall war, trachtete er mehr nach seiner eigenen Ehre als nach dem Wohl der Gemeinde. „Demut“ und „Sanftmut“ sind Tugenden, die wir vom Vorbild Jesu lernen müssen, wie Er uns selber zu tun auftrug (Mt 11,29). Sonst können wir ein falsches Verständnis davon erhalten, was sie bedeuten. Jesu Demut und Sanftmut hielten ihn nicht davon ab, die Geldwechsler aus dem Tempel zu treiben oder Petrus mit starken Worten wie „Geh weg von mir, Satan!“ zurechtzuweisen, als Petrus eine falsche Lehre predigte, dass Jesus das Kreuz vermeiden sollte (Mt 16,22-23).
Satan kann sogar einen guten Bruder wie Petrus benutzen, um die Kirche vom rechten Weg abzubringen. Denn dieser Bruder mag in den Versammlungen auf eine Art und Weise sprechen, welche das Wort vom Kreuz verwässert. Ein solches Predigen muss immer als die Stimme Satans erkannt werden – denn dadurch kann Satan die Kirche von der Richtung, in die Gott sie führen möchte, abbringen. Eine der größten Verantwortungen, die wir als Gemeindeälteste haben, liegt darin, die Richtung zu bestimmen, in die unsere Gemeinde gehen sollte. Es darf nicht die Richtung der Weltlichkeit und des Kompromisses sein. Es darf auch nicht die Richtung von Pharisäertum und Legalismus sein. Aber es muss der Weg des Kreuzes sein – die Richtung des Willens Gottes.
Prediger, die Bileam gleichen, haben gewöhnlich eine große Seelen-Kraft [seelisch-natürliche Kraft] und können auf die Leute in der Gemeinde einen ungesunden Einfluss haben. Prediger, die eine starke Persönlichkeit haben, überwältigen stets andere und hindern sie daran, mit Christus als ihrem Haupt verbunden zu werden. Sie beeinflussen andere Menschen auch auf eine Weise, in der sie sie von wahrer Geistlichkeit hin zu weltlicher Religiosität führen.
Wenn ein Prediger nicht verstanden hat, was es bedeutet, seine Seelen-Kraft in den Tod zu geben, wird er Gläubige an sich binden und nicht an Christus, das Haupt. Die Gläubigen werden den Prediger bewundern und ihm folgen, aber sie werden in ihrem Leben Sünde oder die Welt nie überwinden. Es gibt einen großen Unterschied zwischen geistlicher Kraft und Seelen-Kraft, und wir müssen in der Lage sein, zwischen beiden zu unterscheiden. Eine Person mag viel Bibelwissen und eine rhetorische Gabe haben. Sie mag gegenüber den Geschwistern auch sehr gastfreundlich sein und ihnen in vielerlei Weise helfen. Aber wenn sie Menschen an sich bindet und nicht an Christus, wird sie für den Bau des Leibes Christi ein Hindernis sein. Prediger, die Bileam gleichen, sind glücklich darüber, wenn sie von anderen Geschenke bekommen (4Mo 22,15-17). Ein Geschenk kann unsere Augen verblenden (Spr 17,8) und uns gegenüber Menschen verpflichten, sodass wir ihre Knechte werden. Das kann uns daran hindern, die Wahrheit Gottes zu predigen und unsere Wohltäter zu korrigieren. Ein Knecht Gottes muss immer frei bleiben. „Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte“ (1Kor 7,23). Die Lehre von Bileam florierte in der Gemeinde zu Pergamon, weil der dortige Älteste ein Knecht der Menschen geworden war.
Bileams Lehre bestand aus zwei Teilen. Petrus erwähnt beide von ihnen in 2. Petrus 2,14-15 – Begierde und Ehebruch. Jesus sagte, dass derjenige, der Geld liebt, GOTT HASST, und derjenige, der am Geld hängt, GOTT VERACHTET (lies Lukas 16,13 sorgfältig). Wenn wir das nicht deutlich lehren, wird die Lehre Bileams in unserer Gemeinde blühen und die Geschwister werden Liebhaber von Geld sein. Aber wenn wir lehren sollen, was Jesus lehrte, müssen wir zuerst selber vom Griff des Geldes befreit werden. Es ist leichter, von Zorn und Augenlust als vom Griff des Geldes befreit zu werden. Nur durch einen ständigen Kampf werden wir dieses Übel überwinden.
Haben wir die Liebe zum Geld als „eine Wurzel allen Übels“ (1Tim 6,10) angesehen? Während Zorn und Augenlust als Übel anerkannt werden, trifft das nicht auf die Liebe zum Geld zu. Daher sind viele Sklaven des Geldes und erkennen kaum, dass sie dadurch Gott hassen und verachten. Die große Mehrheit der sogenannten „hauptberuflich Beschäftigten“ sind wie Bileam Sklaven der Liebe zum Geld. Sie besuchen die Häuser von reichen Gläubigen, weil sie wissen, dass sie von ihnen Geschenke erhalten. Und daher ist ihr Mund stumm, wenn diese reichen und einflussreichen Leute für ihre Sünden getadelt werden müssten. Sie reisen umher, um in Gemeinden zu predigen, wo sie wissen, dass sie stattliche Opfergaben erhalten. Wie können solche Prediger jemals Gott dienen? Das ist unmöglich. Sie dienen dem Mammon. Jesus sagte, dass man nicht zwei Herren dienen kann. Es gibt drei wesentliche Qualifikationen für jeden, der unter dem neuen Bund ein Diener Gottes sein möchte: (1) Er muss in seinem persönlichen Leben von Sünde befreit worden sein (Röm 6,22). (2) Er darf nicht danach trachten, Menschen zu gefallen (Gal 1,10). (3) Er muss Geld hassen und verachten (Lk 16,13). Wir müssen unser Leben in diesen drei Bereichen ständig überprüfen, ob wir uns qualifizieren, Diener des neuen Bundes zu sein oder nicht. Geld und materielle Dinge dürfen uns NICHT Besitz nehmen, wenn wir für Gott effektiv sein wollen. Wir müssen es auch hassen, Geschenke zu empfangen, denn Jesus sagte, dass „GEBEN seliger als NEHMEN ist“ (Apg 20,35). Wenn wir uns in unserem Leben vom Griff des Geldes nicht befreien, werden wir nie in der Lage sein, Gott zu lieben oder Ihm so zu dienen, wie wir es sollten; und wir werden nicht in der Lage sein, andere dahin zu bringen, Gott zu lieben; und wir werden nicht in der Lage sein, sie von der Lehre Bileams zu befreien.
Der zweite Aspekt der Lehre Bileams ist Unmoral. Diese Lehre ermutigt Brüder und Schwestern, sich ohne jegliche Zurückhaltung frei miteinander zu vermischen. Wir lesen in Offenbarung 2,14, dass es Bileam war, der die moabitischen Mädchen ermutigte, sich frei unter die jungen Männer Israels zu mischen. Dies führte unter den Israeliten zu einer solchen Unmoral, dass Gott 24000 an einem einzigen Tag tötete (4Mo 25,1-9). Erst als Pinhas den Speer erhob und dem Einhalt gebot, hörte Gottes Zorn gegen Israel auf. Als Gott die Tat des Pinhas sah, hatte Er ein solches Gefallen daran, dass Er ihm den Bund des ewigen Priestertums gab (4Mo 25,11-13). Gott ehrt stets jene, die radikal gegen das Vermischen von Brüdern und Schwestern in der Kirche auftreten.
Auch in diesem Punkt müssen wir als Älteste durch unser persönliches Verhalten ein Vorbild sein. Wir müssen in unserem Verhalten gegenüber Schwestern jegliches frivole und unnötige Gespräch meiden. Wir müssen besonders vor jenen Schwestern auf der Hut sein, die ständig mit uns sprechen möchten. Wenn wir es lieben, mit den Schwestern zu sprechen, dann sind wir unfähig, Gottes Kirche zu leiten. Wir dürfen NIE allein mit Frauen in einem geschlossenen Raum sprechen. Es ist immer das Beste, Schwestern zusammen mit der eigenen Frau oder mit einem anderen Ältesten zu beraten. Als die Jünger Jesus am Brunnen in Samaria mit einer Frau sprechen sahen, heißt es, „dass sie sich wunderten, dass er mit einer Frau redete“ (Joh 4,27) – weil Jesus gewöhnlich nie allein mit einer Frau sprach. Er war vorsichtig, nicht irgendetwas zu tun, was den Anschein des Bösen hatte. Hier ist für uns das Beispiel, dem wir alle folgen sollten.
Deutsche Übersetzung: Alois Mair
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