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Wort zur Woche
Oktober 2009 (4)
Gott hat um jeden Menschen einen Kreis gezogen - Zac Poonen
(God has drawn a circle around each person)

Gott hat in seiner Souveränität jedem Mitglied im Leib Christi einen besonderen Dienst gegeben (1Kor 12,7-8). Wir könnten sagen, dass Gott um jede Person einen Kreis gezogen hat. In einigen Fällen ist der Kreis sehr groß und in einigen Fällen sehr klein (Mt 25,15). Innerhalb deines eigenen Kreises kannst du Gott finden (Apg 17,26-27). Außerhalb deines Kreises kannst du dich selber zerstören, in dem du dich als Wichtigtuer in die Angelegenheiten anderer Menschen einmischt. Petrus sagt uns, wir sollten uns selber richten und in unserem Fleisch leiden, statt als ein Wichtigtuer, der sich in die Angelegenheiten anderer einmischt, zu leiden (1Pt 4,1.15.17). Wie z.B. ein anderer Bruder seine Kinder erzieht oder sein Geld ausgibt, ist wirklich nicht unsere Angelegenheit. Das ist außerhalb unseres Kreises [Verantwortungsbereiches]. Gott hat uns keine Autorität im Kreis eines anderen gegeben. Daher sollten wir nur auf uns selbst achthaben (1Tim 4,16).

Als wir in der Welt waren, könnten wir sagen, dass wir einen sehr großen Kreis für uns selber gezogen hatten, der einschloss, dass wir Meinungen über viele Menschen und Angelegenheiten hatten. Aber jetzt müssen wir vorsichtig sein, um in dem Kreis zu bleiben, den Gott für uns als Einzelpersonen gezogen hat. In den meisten Fällen ist das ein Kreis, der nur eine Person einschließt – dich selbst! Wenn du ein Elternteil bist, dann wird dieser Kreis auch deine Familie einschließen. Wenn du ein Ältester in einer Kirche bist, wird dieser Kreis die Mitglieder in deiner Kirche einschließen. Aber in den meisten anderen Fällen muss jede Person nur sich selber richten. Wenn wir diese Grenzen übertreten und über sie hinausgehen, hat das zur Folge, dass die Gemeinschaft mit anderen zerstört wird; und zudem wird unsere eigene Zufriedenheit behindert.

Uns wird befohlen „uns einander in der Furcht Christi unterzuordnen“ (Eph 5,21). Das bedeutet, dass die Furcht Gottes uns Angst einflößen sollte, in den Kreis eines anderen einzudringen. Wir werden uns in der Gemeinschaft untereinander Einschränkungen auferlegen, damit wir uns nicht als Wichtigtuer in Angelegenheiten, die uns nichts angehen, einmischen.

Neugier ist eine tödliche, aber unentdeckte Sünde im Leben vieler Christen. Das ist eine der ersten Ausdrücke davon, dass man sich als Wichtigtuer in die Angelegenheiten anderer einmischt. Kinder sind gewöhnlich neugierig, den Gesprächen anderer zu lauschen und zuzuhören. Paulus sagte: „...als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war“ (1Kor 13,11). Aber die meisten Christen legen diese böse Gewohnheit nicht ab, nachdem sie erwachsen wurden.

Eine solche Neugier führt schließlich zu der noch böseren Gewohnheit des Tratschens. Diejenigen, die diese Gewohnheit praktizieren, die für alte Frauen charakteristisch ist, werden feststellen, dass sie unfähig sind, sich selber zu disziplinieren, um ein göttliches Leben zu führen (siehe 1Tim 4,7). Auch Pornografie ist nur Satans Methode, die böse Neugier im Fleisch zu befriedigen, um die nackten Körper anderer Menschen zu sehen.

Auch Jesus wurde wie wir zur Neugierde versucht. Er weigerte sich beharrlich, außerhalb des Kreises zu treten, den sein Vater um ihn gezogen hatte. Daher sündigte er auf diesem Gebiet während der 33 ½ Jahre auf Erden nie. Wenn wir sehen, wie schwach wir auf diesem Gebiet der Neugier sind, können wir verstehen, welch eine gewaltige Leistung Jesu Sieg allein in diesem Bereich war. Neugierig zu sein, um zu wissen, wer wen heiratet, wer das nächste Baby bekommen wird usw. ist der Zeitvertreib von gottlosen Menschen. Kein Bruder oder keine Schwester, die sich Gott ganz hingegeben hat, wird sich einem solchen Zeitvertreib hingeben.

Das Überschreiten der Grenzen des eigenen Kreises kann man auch in der Art und Weise sehen, wie einige Älteste, Ehemänner und Eheleute über jene, die ihnen unterstellt sind, herrschen. Wir dürfen unsere Kinder nie erschrecken oder in irgendeiner Weise Druck auf unsere Frau oder auf andere Geschwister in der Kirche ausüben. Die Worte Elihus sind in diesem Zusammenhang sehr passend: „Siehe, du brauchst vor mir nicht zu erschrecken, und mein Drängen soll nicht auf dir lasten“ (Hi 33,7). Wir alle sollten aufpassen, dass diejenigen, die in irgendeiner Weise unter unserer Autorität sind (Kinder, Frau, Diener, Gläubige usw.), sich niemals von uns verängstigt, unter Druck gesetzt oder bedroht fühlen. Es ist sehr leicht, über unsere Begrenzungen hinauszugehen, wenn wir Macht über andere Menschen haben. Dann wird die Gemeinschaft zerstört. Ein Ehemann kann seine Frau so dominieren, dass er ihre Persönlichkeit zerbrechen kann.

Das ist töricht. Gott hat einen Ehemann und eine Ehefrau voneinander unterschiedlich gemacht, damit jeder für den anderen eine Hilfe sein kann. Beim Betrachten einer Frage magst du als Ehemann diese aus einem bestimmten Blickwinkel sehen, und deine Frau aus einem anderen Blickwinkel. Das ist in etwa so, als ob du ein Foto von einem Gebäude von der Nordseite machst und deine Frau vom selben Gebäude ein Foto von der Südseite macht. Wenn beide Bilder Seite an Seite gelegt werden, mögen sie völlig anders aussehen. Aber nur so kannst du eine vollständige Sicht des Gebäudes erhalten. Du wärest also ein törichter Ehemann, wenn du die Individualität deiner Frau zerstören würdest, indem du sie dazu brächtest, jedes Foto allein von deinem Blickwinkel aus zu machen! Du wirst es dann sein, der Schaden erleidet. Hättest du ihr erlaubt, sie selber zu sein, hättest du eine andere Sicht der Sache erhalten können, die dein Verständnis davon erweitert hätte, und es hätte dich weiser gemacht. Dies ist ein Punkt, wo viele Ehemänner sich selber von ihrer Torheit reinigen müssen.

Deutsche Übersetzung: Alois Mair

   
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