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Was hat Paulus gemeint als er sagte, "Nun freue ich mich in den Leiden für euch
und erdulde stellvertretend an meinem Fleisch, was noch fehlte an den Trübsalen
Christi" (Kol. 1;24)?
War da irgendetwas das noch fehlte an den Trübsalen Christi? Sicherlich nicht.
Er schrie am Kreuz, "es ist vollbracht". Was also meinte Paulus als er sagte
dass er vollenden müsste was an den Trübsalen Christi fehlte?
Jesus hatte zwei Arten des Leidens - eine Äusserliche (körperlich) und eine
Innere (geistlich). Seine äusserlichen Leiden begannen in kleinen Schritten als
er in Nazareth aufwuchs und auf Golgatha in Grossen Schmerzen endete- und die
meisten dieser Trübsale war für andere sichtbar. Aber Seine inneren Leiden waren
für andere Menschen nicht sichtbar und niemand wusste davon.
Nur wenige Prozent der Gläubigen in diesen zwanzig Jahrhunderten hatten
körperlich um des Evangeliums Willens zu leiden. Aber jeder Gläubige muss die
inwendigen Leiden Christi teilen.
Was sind diese inwendigen Leiden? Paulus sagte, dass er sich sehnt nach "der
Gemeinschaft der Leiden Christi" (Phil. 3:10).
Das Gegenteil von Leiden ist Freude. Wenn wir zur Sünde versucht werden haben
wir die Wahl - entweder wir geben dem Fleisch die Freude oder wir erlauben dem
Fleisch zu leiden. Auch wenn wir nur in kleinen Dingen versucht werden unsere
eigenen Wege zu gehen ist das so. Oder auch wenn wir in einer unhöflichen Weise
mit jemandem sprechen der uns verletzt hat. Christus nahm KEIN EINZIGES MAL den
Weg dem Fleisch die Freude zu geben (Röm. 15;3). Er wählte immer den Weg des
Leidens im Fleisch. Dies ist auch der Grund warum Er nie sündigte. Wenn wir uns
auch für diesen Weg entschliessen, haben wir die Verheissung in Gottes Wort
dass auch wir aufhören zu sündigen (1. Petr. 4:1,2). Wenn es dort heisst
"Christus litt im Fleisch" ist damit gemeint dass Christus immer NEIN sagte
zu seinem Eigenwillen (Joh. 6;38).
Jesus hat niemals darum gebetet dass Er von seinen körperlichen Leiden oder
von Seinem körperlichen Tod befreit werde. Aber er bat "unter lautem Klagen
und Tränen" (Hebr. 5;7), Seinen Vater um Errettung vor seinem "geistlichen
Tod". Geistlicher Tod kommt als Resultat von Sünde (Hes. 18;4) - und "zu
sündigen" meint im Grunde genommen "dein eigener Wille statt den Willen des
Vaters zu tun". Jesus verleugnete immer Seinen eigenen Willen und tat den
Willen Seines Vaters. Sein Schrei am Kreuz "es ist vollbracht" bedeutet zwei
Dinge: Erstens ist damit gemeint dass er für alle Sünden der Menschen büsste.
Zweitens bedeutet es, dass Er dem ganzen Einflussbereich der Versuchungen der
Sünde (welche für Adam's Geschlecht möglich ist) nicht mehr gegenüberstand und
sie alle überwunden hat. Er wurde "versucht in allen Punkten versucht wie wir"
(Heb. 4;15) und "litt im Fleisch" in allen diesen Versuchungen und dennoch
sündigte Er NIE.
Heute sind wir gerufen mit unserem Herrn in diesen Leiden Gemeinschaft zu haben
und diese zu überwinden "wie auch Er überwunden hat" (Offb. 3;21), und "aufhören
zu sündigen" (1.Kor. 15;34; 1. Joh. 2;1).
Wenn nun Paulus von "was noch fehlte an den Trübsalen Christi" sprach (Kol.
1;24), wollte er damit sagen dass er (sogar im Alter von 63 Jahren als er den
Kolossern schrieb) den ganzheitlichen Bereich des Leidens im Fleisch noch nicht
abgeschlossen hatte welchen Christus bereits mit 33 ½ Jahren abschloss. Aber
Paulus wollte all diese Leiden abschliessen. Er sagte dort auch dass er durch
diese Leiden gehen wollte "um den Leib Christi Willen". Er wusste dass er unter
dem Neuen Bund nur so dem Leib Christi dienen konnte (2. Kor. 1; 4-8). Wir
müssen zuerst im Fleisch leiden, in unseren privaten Leben und dadurch die Sünde
überwinden. Dann werden die Worte die wir aussprechen geistliche Autorität haben.
Am Ende der Bergpredigt steht dass Jesus lehrte als einer "der Vollmacht hat"
(Matth. 7;28,29). Dieser Vers wird in "The Message" folgendermassen übersetzt:
"Es war offensichtlich dass Jesus in Allem das lebte was Er sagte - ein
ziemlicher Gegensatz zu der Religion der Lehrer! Dies war die beste Lehre die
das Volk jemals gehört hatte."
Die beste Lehre die wir den anderen Menschen weitergeben können ist das, was
wir durch die Kraft Gottes, in den Momenten der Versuchung, glaubensvoll im
Fleisch leiden- wenn wir leben was wir predigen. Jesus handelte zuerst und dann
erst predigte Er (Apg. 1;1). Lasst uns nun das Gleiche tun.
Wer Ohren hat zu hören, der höre.
Deutsche Übersetzung: Petra Baumann
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